Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Die Nacht, die kein Ende nahm

Frederik Hetmann / Harald Tondern
Die Nacht, die kein Ende nahm
In der Gewalt von Skins

Rowohlt Verlag, Reinbek 1994; rotfuchs 747
128 S.; 4,90 €

ab 14 Jahre


Kurz nach der Wiedervereinigung unternimmt die Klasse R7 einer Gesamtschule aus Berlin-Kreuzberg eine Klassenfahrt an die mecklenburgische Ostseeküste. Dort fühlt sich ein Trupp Jugendlicher von zwei ausländischen Schülern provoziert. Eine fröhliche Klassenfahrt endet in einer Nacht des Terrors.

Unterkunft finden die 25 Schüler und ihre Lehrer in einem abgelegenen, leerstehenden Hotel eines Badeortes. Da es in dem Hotel kein Telefon gibt, müssen Nemed und Susan in den Ort gehen, um mit ihren Eltern zu telefonieren. An der Telefonzelle werden sie von einer Gruppe Jungen umstellt. Einer hat an der Schläfe das Wort SKIN eintätowiert. Die Jungen umringen Nemed und Susan und zwingen die beiden, mit ihnen zum Hotel zu gehen. Gegen 22 Uhr stürmen die fünf Skins das Haus. Sie terrorisieren den Klassenlehrer Naumann und Frau Karst. Ein Skin, der Bier geholt hat, kommt dazu. Einer hält lautstarke Reden über den Zweiten Weltkrieg, die Wehrmacht, über Hitler, die Juden, die Ausländer. Dann treten die Skins so lange auf Herrn Naumann ein, bis er fast bewusstlos ist. Als sie Ayse zwingen, sich auszuziehen, stellt sich Frau Karst schützend vor sie und macht es an ihrer Stelle. Später müssen die Kinder Tische und Stühle zusammenschieben und sich an der Wand auf die Erde legen. Susan bemerkt, dass einer der Skins eine Pistole hat.
Matthias Schröder, das „Großmaul der Klasse“, der gleich nach dem Überfall aus dem Hotel gerannt war, bittet vergeblich einen jungen Mann um Hilfe. Auch ein älterer Spaziergänger weist ihn ab. Erst nach mehr als zwei Stunden erreicht Matthias die Polizeiwache. Dort muss der Beamte erst Verstärkung anfordern. Gegen vier Uhr kommt die Polizei. Die Skinheads sind weg. Nach dieser Nacht des Schreckens fährt die Klasse noch am gleichen Tag zurück nach Berlin.

Die Geschichte basiert auf einem realen Vorfall. Sie wird aus der Perspektive der Schüler Nemed, Matthias, Susan, dem Lehrer Thomas Naumann und dem Skinhead Peter Müller erzählt. Dadurch werden die unterschiedlichen Lebenssituationen, Erfahrungen und Einstellungen deutlich. Es wird nachvollziehbar, wie hilflos Kinder und Erwachsene reagieren, wenn sie plötzlich mit brutaler Gewalt und rechten Parolen konfrontiert werden.

Cassette, Baumhaus Medien 1997; 5,90 €

Unterrichtsbegleitende Materialien beim Verlag oder Buchhandel


Autor(en):
Frederik Hetmann; Harald Tondern
Titel:
Die Nacht, die kein Ende nahm - In der Gewalt von Skins
Erscheinungsjahr:
1994
Umfang/Format:
128 Seiten
Ort:
Reinbek
Verlag:
Rowohlt
Auflage:
1. Auflg.
Schlagworte:
Fremdenfeindlichkeit
Rassismus
Rechtsextremismus
Signatur:
ISBN:


© Ria Proske
Nationalsozialismus und Neonazismus. Ausgewählte Kinder- und Jugendbücher

Kommentiertes Verzeichnis
15., aktualisierte, erweiterte Online-Auflage, Köln 2010

Diese Sammlung wurde 1987 als Projekt des Vereins "Beratung und Weiterbildung in der Friedensarbeit e.V." an der FH Düsseldorf von Prof. Christiane Rajewsky, Ria Proske und Adelheid Schmitz erarbeitet. Seitdem wird sie von Ria Proske fortlaufend aktualisiert und mit Kinderbüchern für die Altersgruppe 3 bis 10 Jahre ergänzt.

Kontakt:
Ria Proske, Hunsrückstr. 16, 50739 Köln, Tel.: 0221-176808
Email: ria@proske.de

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