Home / Themen / Zivilcourage / Voraussetzungen... / Im persönlichen... / Mit den eigenen Ängsten umgehen lernen
Viele gewaltfreie Aktionen sind nicht ohne Risiko für Leib und Leben. Für eine Teilnahme an Aktionen ist es wichtig, sich dieser möglichen Gefahren bewußt zu sein. Auf der subjektiven Erlebnisebene sind diese Risiken mit Befürchtungen und Ängsten von Teilnehmerinnen und Teilnehmern verbunden. Diese können berechtigt oder aber auch unangemessen sein.
Befürchtungen sind z.B.:
"Der Kampf ohne Waffen erfordert daher zuerst einmal die Überwindung der eigenen Angst. Um den Feind in bestimmten Momenten schlagen zu können oder ihn gar offen herauszufordern, muß zuerst die eigene Angst überwunden werden. Es handelt sich dabei um die tiefste Angst, die ein Mensch empfinden kann: diejenige, das eigene Leben zu verlieren. Um mit leeren Händen einer totalitären Gewalt die Stirn bieten zu können, muß diese Todesangst überwunden werden. Dies stellt eine der höchsten Anforderungen dar, die man an einen Menschen stellen kann. Zugleich ist es einer der Gründe dafür, warum der Kampf ohne Waffen nicht allzuweit verbreitet ist."
Jacques Semelin: Ohne Waffen gegen Hitler. Eine Studie zum zivilen Widerstand in Europa. Frankfurt 1995, S. 99 f.