Das biographische Gespräch
- Ausgangspunkt des biographischen Gesprächs ist die Annahme, daß jede/r die Fähigkeit des Erzählens besitzt und auch erzählen will. Einen Erzählraum zu gestalten, in dem dies gelingt ist deshalb die zentrale Aufgabe für biographische Gespärche.
- Biographische Gespräche sind offene Gespräche, bei denen das Ziel und die Relevanz des Erzählten nicht von vornherein fest liegt.
- Die Erzählschwelle kann durch verschiedene Mittel gesenkt werden, z.B. durch Fotographien, Filmausschnitte, das Ansprechen eigener biographischer Erlebnisse usw.
- Beim Erzählen müssen von allen Beteiligten Pausen ausgehalten werden.
- Die Gruppenleitung sollte Hilfestellung beim »Überspringen&laqno; von Gesprächsblockaden geben.
- In der aufmerksamen und zugewandten Zuhörhaltung liegt der Resonanzboden für eine offene Kommunikation.
- Alle TeilnehmerInnen sollten Zurückhaltung mit eigenen Aussagen und Deutungen üben. Deshalb sollte es vermieden werden:
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- das Gesagte mit eigenen Worten zu spiegeln;
- eigene Schlüsse zu ziehen;
- Ratschläge zu formulieren;
- persönliche Kommentare abzugeben;
- moralische Bewertungen zu erteilen.
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- Wichtig ist, sich immer daran zu erinnern, daß es keine unwichtigen Inhalte des Erzählens gibt, denn der/die Erzählende ist »ExpertIn&laqno; seiner/ihrer Lebensgeschichte.
- Es ist nicht wichtig, in welcher (zeitlichen) Reihenfolge erzählt wird, denn es gibt keine objektiv richtige Reihenfolge.
Vgl. Reinhard Völzke: Das biographische Gespräch in der Bildungsarbeit. Zum professionellen Umgang mit alltagssprachlichem Erzählen. In: Landesinstitut für Schule und Weiterbildung (Hrsg.): Lebensgeschichte und Politik. Erinnern, Erzählen, Verstehen. Soest 1995, S. 23 ff.
Günther Gugel: Wir werden nicht weichen. Erfahrungen mit Gewaltfreiheit. Eine praxisorientierte Einführung. Tübingen 1996, S. 215-232.
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