Home / Themen / Zivilcourage / Entscheidungen... / Gewalt oder Gewaltfreiheit im persönlichen Bereich
Gewaltfreiheit legitimiert sich wesentlich aus einer ethischen Haltung, die Gewalt radikal ablehnt. Diese Haltung wird zwar in allen Rechtssystemen, Kulturen und Religionen prinzipiell als richtig empfunden und gefordert, in der politischen Praxis ist sie jedoch immer wieder Anfeindungen ausgesetzt und wird z.T. heftig kritisiert.
Diese Kritik wird oft an den Begriffen "Gesinnungsethik" und "Verantwortungsethik" festgemacht. Unter Gesinnungsethik wird dabei eine Haltung verstanden, die im Einklang mit den Normen absolut und ohne Ausnahme Gewalt ablehnt. Als Verantwortungsethik wird ein Verhalten beschrieben, das zwar Gewalt prinzipiell ablehnt, jedoch in besonderen Konfliktsituationen (z.B. der Frage des Tyrannenmordes) Ausnahmen zuläßt, oder unter Umständen geradezu fordert.
Wolfgang Huber und Hans-Richard Reuter beschreiben diese Positionen auf der individuellen Ebene mit den Begriffen "Prinzipieller Pazifismus" bzw. "Praktischer Pazifismus".