Home / Themen / Zivilcourage / Entscheidungen... / Erklärungen zur... / Ökumenische Weltversammlung, Seoul 1990
"Wir bekräftigen den Frieden Jesu Christi.
Die einzig mögliche Grundlage für einen dauerhaften Frieden ist Gerechtigkeit (Jesaja 32,17). Die prophetische Vision von Frieden und Gerechtigkeit lautet:
ðDann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern, und Winzermesser aus ihren Lanzen: Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk und übt nicht mehr für den Krieg. Alle sitzen unter dem eigenen Weinstock und Feigenbaum, und niemand schreckt sie auf. Ja der Mund des Herrn der Heere hat gesprochen.Ð (Micha 4,3-4)
Jesus sagte: 'Selig sind, die Frieden schaffenÐ und ðLiebt eure Feinde'.
Die Kirche ist als die Gemeinschaft des gekreuzigten und auferstandenen Christus dazu aufgerufen, in der Welt für die Versöhnung einzutreten. Wir müssen lernen, was es heißt, Frieden zu schaffen: die eigene Verwundbarkeit bewußt zu bejahen. (...)
Es gibt keinen Frieden ohne Gerechtigkeit. Frieden kann nicht durch eine Doktrin der nationalen Sicherheit erlangt oder erhalten werden, weil Frieden unteilbar ist. (...)
Wir werden jedem Verständnis und System von Sicherheit widerstehen, das den Einsatz von Massenvernichtungsmitteln vorsieht oder durch die Drohung mit solchem Einsatz abschrecken will. Wir lehnen militärische Invasionen, Interventionen und Besetzungen ab. Wir werden einem Konzept der nationalen Sicherheit widerstehen, welches das Ziel hat, die Bevölkerung zu beherrschen oder zu unterdrücken, um die Privilegien einiger Weniger zu schützen.
Wir verpflichten uns, unsere persönlichen Beziehungen gewaltfrei zu gestalten. Wir werden darauf hinarbeiten, auf den Krieg als legales Mittel zur Lösung von Konflikten zu verzichten. Wir verlangen von den Regierungen, daß sie eine internationale Rechtsordnung schaffen, die der Verwirklichung des Friedens dient."
Ulrich Schritthenner (Hrsg.): Arbeitsbuch für Frieden, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung. Wethen 1990, S. 149.