Anfragen an Gewaltfreiheit
An die Aktionsmethode
- Wie bedeutungsvoll ist moralische Überlegenheit angesichts unmoralischer Zustände?
- Wie wirkungsvoll ist Gewaltfreiheit angesichts des massiven Einsatzes eines überlegenen Gewaltpotentials beim Gegner?
- Wieviel Leiden und freiwilliges Opfer können und dürfen gewaltfreie Akteure in Kauf nehmen?
- Wie ist das Verhältnis zwischen Überzeugungsarbeit und Zwangs- bzw. Druckmitteln einzuschätzen?
- Kann immer davon ausgegangen werden, daß bewaffnete Kräfte schutzlose, gewaltfreie Akteure letztlich weitgehend schonen werden?
- Gibt es Situationen, in denen Gewalt als allerletztes Mittel bei Abwägung aller Konsequenzen eingesetzt werden muß?
An den Lebensstil
- Wie kann mit eigenen aggressiven Impulsen verantwortlich umgegangen werden?
- Muß, wer Gewaltfreiheit akzeptiert, ein allseits friedlicher Mensch sein?
- Was hat die Art der Ernährung, des Einkaufens oder die Einteilung der Zeit mit Gewaltfreiheit zu tun?
- Welche Bedeutung hat die Erziehung für die späteren Einstellungen und Verhaltensweisen?
- Welche Lebensperspektiven sind mit dem Bedeutungsfeld "Gewaltfreiheit" verbunden?
- Ist Gewaltfreiheit nicht ein zu hoher Anspruch? Kann man diesem Ideal überhaupt gerecht werden?
An den gesellschaftlichen Gegenentwurf
- Welche Rolle spielen gesellschaftliche Gegenentwürfe bei der Planung und Durchführung von gewaltfreien Aktionen?
- Auf welchen Grundannahmen basieren diese Gegenentwürfe?
- Wie überzeugend ist das Spannungsverhältnis von Gesellschaft und Staat gelöst?
- Wie wird mit dem bisherigen Gewaltmonopol des Staates verfahren?
Günther Gugel: Wir werden nicht weichen. Erfahrungen mit Gewaltfreiheit. Eine praxisorientierte Einführung. Tübingen 1996, S. 193-213.
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