Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Die Konsequenzen tragen oder vermeiden?

Unter gewaltfreien Akteuren ist es umstritten, ob die (strafrechtlichen) Konsequenzen von Handlungen getragen werden sollen oder nicht. Für Gandhi und King war dies keine Debatte. Für sie war klar, daß durch Aktionen zivilen Ungehorsams zwar gezielt ungerechte Gesetze übertreten werden können und müssen, daß aber dennoch die daraus entstehenden Konsequenzen (z.B. Gefängnisstrafen) zu akzeptieren sind.

Für viele Akteure ist es ein wichtiges Element gewaltfreier Aktion, daß die Handelnden bereit sind, die Konsequenzen ihres Tuns zu tragen. Entscheidend bei der Vorbereitung einer Aktion sind deshalb die Fragen, welche Risiken damit verbunden sind und welche Risiken einzugehen der einzelne fähig und gewillt ist. Diese können sehr unterschiedlicher Natur sein. Sie können von öffentlichen Angriffen über Verleumdungen bis hin zu Strafanzeigen und Gefängnisstrafen gehen.

Für andere ist die Übernahme der Konsequenzen kein Kernpunkt gewaltfreien Handelns. So lehnt es z.B. das "Gewaltfreie Aktionsbündnis Hamburg" ab, die (strafrechtlichen) Konsequenzen von Aktionen zu tragen:

"Für uns gehören das persönliche, öffentliche Bekenntnis und die Übernahme der strafrechtlichen Folgen nicht zum Prinzip der Gewaltfreien Aktion. (...) Gewaltfreie Aktionen werden von uns oft konspirativ vorbereitet. Strafrechtliche Konsequenzen nehmen wir bei manchen Aktionen in Kauf, sie sind aber in der Regel nicht das Ziel der Aktion und wenn wir sie vermeiden können, um so besser."

Gewaltfreies Aktionsbündnis Hamburg: Gewaltfreiheit ­ was wir damit meinen. In: Graswurzelrevolution, April 1994, S. 2.

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