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Gibt es Krieg?
Von vielen wurde der furchtbare Anschlag wie eine neue Form von Krieg erlebt. Natürlich besteht jetzt die Gefahr, dass sich die Spirale der Gewalt weiter dreht. Obwohl es eher unwahrscheinlich ist weiß niemand, ob weitere Terroranschläge an anderen Orten in Vorbereitung sind. Deshalb ist es richtig, dass die Sicherheitsvorkehrungen überall verstärkt werden. Es ist aber auch wichtig, dass Politiker und Militärs in Amerika und bei den Verbündeten in Europa jetzt besonnen reagieren und auf blinde Gewalt nicht mit massiver militärischer Gegengewalt antworten.
Kann es auch Deutschland treffen?
Deutschland ist wie Amerika ein Industrieland und mit seinen vielen Atomkraftwerken, Industrieanlagen oder Hochhäusern an vielen Stellen durch solche Terroranschläge verwundbar und nur schwer zu schützen. Die Täter haben aber bewußt Amerika als Ziel ihrer Anschläge gewählt. Das Land und seine Regierung gelten für manche als politisch und wirtschaftlich übermachtig und arrogant.
Wer ist schuld?
Die Täter sassen in den Flugzeugen. Wer sie losgeschickt hat, ist noch unklar. Wahrscheinlich steckt eine terroristische Gruppe dahinter. Man sollte sich aber vor vorschnellen, pauschalen Schuldzuweisungen hüten. Weder "die Moslems" noch "die Palästinenser" können für die Tat verantworlich gemacht werden. Mit keiner Religion, auch nicht mit dem Islam, lassen sich solche Gräueltaten rechtfertigen.
Was soll man reagieren ?
Mitgefühl und Solidarität mit den Opfern der Gewalt ist jetzt wichtig. Dies kann man in Gottesdiensten ebenso wie auf der Straße und im direkten Kontakt mit amerikanischen Bürgerinnen und Bürgern zum Ausdruck bringen. Die Regierungen müssen dafür sorgen, dass die Täter und ihre Anstifter verfolgt und vor Gericht gestellt werden. Es ist an der Zeit, dem Terrorismus den Boden zu entziehen. Sicherheitsmaßnahmen alleine sind zu wenig. Die Industriestaaten müssen auch ihrer Verantwortung gegenüber den armen Ländern noch mehr gerecht werden. Dann verlieren die Terroristen ihre Sympathien und Unterstützung. Neue Formen der weltweiten Zusammenarbeit und der Konfliktaustragung stehen auf der Tagesordnung.
Günther Gugel / Uli Jäger, Verein für Friedenspädagogik Tübingen e.V.