Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Der Imitationsansatz

Dieser Ansatz geht auf die Untersuchungen von Albert Bandura zurück10 und unterstreicht den unmittelbaren Zusammenhang von Gewaltdarstellungen des Fernsehens und Nachfolgetaten von Jugendlichen. "Vor allem bei Kindern wurden entsprechende Handlungen beobachtet, und diese reine Imitation der Motorik aggressiven Verhaltens läßt sich bei Kleinkindern nach wie vor feststellen. Auf Erwachsene allerdings ist dieses Modell weniger gut anwendbar."11 Nach Jo Groebel stellt das inzwischen weiterentwickelte Modell einen interessanten Ansatz dar, das heißt: "Wenn gehäuft aggressive Problemlösestrategien angeboten werden, nicht aggressive viel seltener vorkommen und gleichzeitig entsprechende Alltagserlebnisse fehlen, entwickeln besonders Vielseher ähnliche (aggressive) Wahrneh- mungsmuster, die in entsprechenden Situationen auch in Verhalten umgesetzt werden können."12 Doch Skepsis und Vorsicht ist geboten, denn einen linearer Zusammenhang zwischen Fernsehsendungen und Nachfolgetaten scheint nur ausnahmsweise gegeben, zum Beispiel bei Gewaltaktionen militanter Gewaltverbrecher. Michael Kunczik unterstreicht dabei: "Eins ist sicher: Die Beziehung zum Terrorismus, da kann man, auch wenn die Datenbasis häufig nicht so gut ist, doch sagen "the media are the terrorist' best friends", weil terroristische Akte Medienspektakel sind. Und das ist sehr gut dokumentiert worden im Zusammenhang übrigens mit dem algerischen Befreiungskampf. Die FLN hat ihre Taktik geändert vom Wüstenkrieg hin zur Medienberichterstattung, wobei dann das Problem auftrat, dessen sich die CBS bewußt geworden ist, daß durch überzufällige Wahrscheinlichkeiten die Reporter immer gerade dann da waren waren, wenn irgendeine Bombe explodierte oder ein Anschlag auf französische Soldaten erfolgte. In diesem Zusammenhang ist es zweifellos so, daß auch die Anwesenheit von Reportern natürlich Gewaltakte stimulieren kann, und es ist sogar denkbar [...], daß eine sich selbst erfüllende Prophezeiung erfolgen kann, wenn die Berichterstattung bestimmte Formen annimmt."13

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