Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Rassismus

Offener und verdeckter Rassismus sind im deutschen Fernsehen nicht überwunden. Die Somalia-Berichterstattung von 1992 war davon in besonderem Maße betroffen. Versteckter Rassismus ist von Fall zu Fall auch bei der Kameraführung auszumachen; so zum Beispiel wenn die Gesichter der Somalis in verzerrender Großaufnahme gezeigt werden, der Kommentar zugleich den "Banden-Krieg" als Kriegsursache brandmarkt. Die Bild-Text-Schere demontiert die "schwarzen" Soldaten als unberechenbare Kriegstreiber. Indem die (weißen) Schutztruppen, ihre Schlagkraft und Logistik, zum zentralen Thema erhoben wurden, demontierte der Bild- und Kommentartext die Somalis als Objekt der Geschichte, unfähig jedweder Eigenverantwortung. Die Einzelanalyse von Spielfilmen (und Reiseberichten: vergleiche die eurozentristischen Reisefeatures von Hardy Krüger im Fernsehen) käme im übrigen zu dem Ergebnis, daß die Schieflage im fiktionalen Film noch gravierender ist.

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