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Mehrschichtige Konflikte und Probleme werden im Kontext des Films auf wenige stellvertretenden Personen oder Handlungsträger reduziert. Das Schlagwort von den "Männern, die Geschichte machen" veranschaulicht das Problem. Die Personalisierung von Konflikten ist ein gängiges Strukturmuster bei Nachrichten und Reportagen.
positiv: Die Vereinfachung von Problemen durch Personalisierung kann als medienpädagogisches Instrument durchaus sinnvoll sein. Der Einsatz dieses filmischen Standards birgt aber durch die "persönliche Zuspitzung" Risiken. Dort wo Indentifikation gefragt ist (Biografie, Portrait etc.), wird der Filmemacher auf dieses dramaturgische Mittel nicht verzichten. Zur Skizzierung von Opfern und Leidtragenden ist "Personalisierung" unabdingbar.
negativ: Krisen, Krieg und Konflikte werden im Fernsehen aus dem Blickwinkel von Politikern, Generälen, Kirchenfürsten, Pädagogen und Wirtschaftsführern beleuchtet. Zeitgeschichte wird auf einer vertikalen Achse vermittelt. Das Prinzip von Führern und Geführten wird so unhinterfragt perpetuiert. Personalisierung und Verdinglichung sind auch gegeben, wenn optische Machtsignale wie Händeschütteln, Laufen auf der Gangway, Kranzniederlegungen etc. zu zentralen ikonographischen Botschaften werden. Die damit verbundene Ritualisierung ist ein Kennzeichen der Personalisierung im Medienkontext. Die Berichterstattung über die "Dritte Welt" ist besonders stark durch Personalisierung gekennzeichnet. Dies ermöglicht die Ausklammerung der sozialer Hintergründe von Krisen. Der Reporter selbst ist Bestandteil der Personalisierung, wenn er sich in den Vordergrund schiebt.