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Abgebildete Gewalt, Hunger und Krieg im Umfeld nonfiktionaler Sendungen erzeugen (unter Berücksichtigung der persönlichen Sozialisationsfaktoren) Angst, Abstumpfung und Gleichgültigkeit. Der tagtägliche Krieg in den Medien hat die militärische Konfrontation zum häuslichen Ereignis gemacht, über das so sicher berichtet wird wie der Zuschauer den Wetterbericht erwarten darf. Das Abnorme hat sich als publizistische Norm etabliert, Krieg und Katastrophen sind der Normalfall, mit dem die Agenturen und der Zuschauer rechnen. Das close up, die Vergrößerung des Leids in der Nahaufnahme, ist das Brennglas der Bild-Sensation. Der Anblick von zerfetzten Beinen, hungernden Flüchtlingen, rollenden Panzern, brennenden Häusern ist kaum noch zu überbieten und erzieht zur ohnmächtigen Akzeptanz des Grauens. Krieg wird auf der Mattscheibe als somnambuler Tagtraum vermittelt, als Endlosschleife von Nachricht zu Nachricht, von Magazin zu Magazin. Was vielleicht als Information anglegt ist, enpuppt sich in der Dauerberieselung als lähmende Angstvision, die für Minuten fatales Entsetzen zurückläßt. Die realen menschlichen Opfer sind dem Betrachter durch die bewußte oder bereits internalisierte Manipulation in die Abstraktion der künstlichen Scheinwelt auf dem Bildschirm entrückt. Klaus Kreimeier resümiert: "Die Medien stumpfen unsere Sinne und unsere Empfindungen ab; sie dressieren uns zu seelisch verkrüppelten Existenzen, die, von der Fernbedienung abgesehen, auf alle Perspektiven selbstverantwortlichen Handelns verzichtet haben."10