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Er ist im Fernsehen von heute noch keinesweg überwunden. Auf den meisten Kartenprojektionen im Studio werden die tatsächlichen Größenverhältnisse zwischen den europäischen Staaten und den Flächenstaaten Afrikas z.B. immer noch verzerrt und zuungunsten dieser Länder in der klassischen Mercator-Projektion gezeigt. Mit der sogenannten Peters-Projektion könnten die Größenverhältnisse realistischer abgebildet werden. Auch die neuerlichen Atomversuche Frankreichs auf dem Mururoa-Atoll im Herbst 1995 haben die Anfälligkeit der europäischen Medien hinsichtlich kolonialer Perspektiven deutlich gemacht. Die Unvereinbarkeit der Tests mit der ökologischen Unversehrtheit der Inselgruppe und ihrer Bewohner, mit dem Selbstbestimmungsrecht der Polynesier und ihrem Anspruch auf ein unbedrohtes Leben ist im deutschen Fernsehen nicht thematisiert worden. Die postkoloniale Großmachtpolitik der französischen Regierung fand nur beiläufig ein kritisches Echo. Koloniale Berichterstattung ist auch auszumachen, wenn über Entwicklungsländer aus einer kollektiven Perspektive berichtet wird, die den dort lebenden Persönlichkeiten keinen Raum läßt. (Vergleiche Bildunterschriften unter europäische VIPs und die oft fehlende Unterschrift bei Persönlichkeiten aus der "Dritten Welt" im Fernsehen.)