Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Exotismus

Das Fernsehen setzt mit seinen Bildern gerne auf die "außergewöhnliche" Einstellung, auf das besondere Detail. Das Auge kann dadurch angesprochen, Interesse geweckt werden. Beiträge aus Entwicklungsländern sind durch viele pittoreske Bildeinstellungen gekennzeichnet. Das Besondere der fremden Welt läßt sich in der Unterstreichung des Außergewöhnlichen (Landschaft, Menschen, Tiere, Gebräuche) optisch betonen.

positiv: Die Herausstellung "exotischer" Akzente ist ein legitimer filmischer Ansatz, um auf die "andere" Lebensart in anderen Regionen und Ländern zu verweisen. Die Perspektive ist eine anteilnehmende.

negativ: Das "exotische" Detail dient aber auch der Desavouierung von Menschen und Volksgruppen. Islamische Riten und Gebräuche werden ungeprüft zur Begründung einer "fundamentalistischen" Ideologie im Film mißbraucht, "der" Schwarze wird als bizarr-exotische Gattung vorgeführt. Auch der schamlose Kamerablick auf Leichenberge und verwesende Gebeine trägt diese Spur des abnormen Exotismus.

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