Home / Themen / Kriegsgeschehen... / Medien und Krieg / Feindbilder / Das Feindbild-Syndrom
Feindbilder beruhen auf einer Fremdwahrnehmung, die von ausschließlich negativen Bewertungen bestimmt ist, Sie lassen sich als Syndrom beschreiben, das sich aus sieben typischen Merkmalen zusammensetzt: 2
1. Mißtrauen („Alles, was vom Feind kommt, ist entweder schlecht oder - wenn es vernünftig aussieht - aus unredlichen Motiven entstanden“.)
2. Schuldzuschiebung („Der Feind ist schuld an der existierenden Spannung bzw. an dem, was an den herrschenden Umständen für uns negativ ist“.)
3. negative Antizipation („Was immer der Feind unternimmt, er will uns schaden“.)
4. Identifikation mit dem Bösen („Der Feind verkörpert in allem das Gegenteil dessen, was wir sind und anstreben, er will unsere höchsten Werte vernichten und muß deshalb selbst vernichtet werden“.)
5. Nullsummendenken („Was dem Feind nützt, schadet uns“, und umgekehrt.)
6. De-Individualisierung (jeder, der zur Gruppe der N.N. gehört, ist eo ipso unser Feind“.)
7. Empathieverweigerung („Mit unserem Feind verbindet uns keine Gemeinsamkeit; es gibt keine Information, die uns von unserer Feind-Auffassung abbringen könnte; den Feinden gegenüber sind menschliche Gefühle und ethische Kriterien gefährlich und fehl am Platz“.)
Kurt R. Spillmann und Kati Spillmann: Feindbilder. Entstehung, Funktion und Möglichkeiten ihres Abbaus. in: Beiträge zur Konfliktforschung 4, 1989, S. 19 ff.