Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Wirtschaftliche Auswirkungen

Ein Krieg hat direkte Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation eines Landes. Dabei geht es aber nicht nur um Zahlen und Kapital, betroffen sind vor allem immer die Menschen, die in dem jeweiligen Land leben. Eine vom Krieg zerstörte Wirtschaft bedeutet auch: mangelnde Devisen für benötigte Importe, keine Mittel für Wiederaufbau und Investitionen, etc.
Durch eine stark vernetzte, globalisierte Wirtschaft wirkt sich ein Krieg immer auch auf andere Länder aus. Indirekte Kriegsfolgen sind also auch fernab zu spüren, z. B. durch steigende Benzin- und Heizstoffpreise, durch steigende oder fallende Börsenkurse, etc.

Irak 1991

„Die Zerstörung der Ölindustrie im Krieg und die späteren Sanktionen reduzierten das irakische Bruttoinlandsprodukt um das 270-fache von 66 Milliarden US$ auf 245 Millionen US$ im Jahre 1992. Dieser massive Rückgang führte zu ausbleibenden Investitionen beim Wiederaufbau und dazu, dass die irakische Industrie überwiegend importabhängig ist.“

IPPNW: Kollateralschaden, in: FriedensForum, 1/2003, S. 45.

Irak 2003

Spiegel: Wird der Krieg für die US-Wirtschaft zu einem lukrativen Geschäft?

Paulson: Kriege sind nie ein lukratives Geschäft. Sie sind das Resultat von Instabilität - es wird etwas zerstört, nicht geschaffen. Die direkten und indirekten Kosten sind für die Wirtschaft immens.

Spiegel: Seit dem Angriff auf den Irak sind die Börsenkurse weltweit gestiegen. Wie lässt sich diese zynische Reaktion der Finanzmärkte erklären?

Paulson: Die Kapitalmärkte brauchen Planungssicherheit - die Unsicherheit vor dem Krieg hat die Wirtschaft in den vergangenen Monaten enorm belastet.

Auszüge aus einem Spiegel-Interview mit Henry Paulson, Chef des US-Bankriesen Goldman Sachs in: Der Spiegel, 17/ 2003, S. 132.

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