Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Raub und Zerstörung von Kunst und Kultur im Krieg

Krieg bedeutet auch Zerstörung von Kulturgütern und kulturellen Einrichtungen sowie Plünderung und Raub von Kulturschätzen (Bilder, Bücher, Kunst...). Kunst und Kultur sind wichtige Ausdrucksformen der Identität, die Zerstörung von Kulturgütern ist auch als ein Versuch zu werten, einer Nation oder Bevölkerungsgruppe ihre Identität zu nehmen bzw. diese zu schwächen.

Weltwunder in Gefahr: Irak 2003

„Altertumsforscher befürchten, dass bei einem Krieg gegen den Irak wertvolle kulturhistorische Stätten zerstört werden. Im Kulturland zwischen Euphrat und Tigris sind mehr als 10 000 historische Fundorte identifiziert; weitere 10 000 liegen vermutlich unerkannt im Erdreich oder unter Hügeln. Unersetzliche Denkmäler wie die zu den Weltwundern der Antike zählenden „Hängenden Gärten von Babylon", warnt McGuire Gibson, Experte für mesopotamische Archäologie an der University of Chicago, „müssten gar nicht direkt von Bomben getroffen werden - schon die Erschütterungen durch eine Explosion in ihrer Nähe könnten großen Schaden anrichten". Bereits im ersten Golfkrieg 1991 gerieten historische Kleinodien unter Beschuss: Der 4000 Jahre alte Tempel von Ur ist von über 400 Geschosseinschlägen zernarbt.“
Der Spiegel, 12/2003, S. 148.

Iraks Nationalmuseum verlor 2003 die Hälfte seiner Schätze

„Rund 180.000 Exponate besaß das irakische Nationalmuseum vor der Flucht Saddam Husseins, dann fielen die - offenbar sehr sachkundigen - Plünderer ein. Inzwischen haben Experten nachgezählt, welcher Schaden in den Tagen der Anarchie entstanden ist.
Rund 100.000 Ausstellungsstücke seien dem Museum durch die Plünderungen abhanden gekommen, sagte der Altorientalist Walter Sommerfeld der "Berliner Zeitung". Sommerfeld lehrt in Marburg Orientalistik und hält sich derzeit in Bagdad auf, um dem Museum bei der Bestandsaufnahme zu helfen.
Bis auf die assyrischen Reliefs, die zu groß und zu sicher befestigt gewesen seien, sei alles aus den Ausstellungsräumen entfernt oder zerschlagen worden, so Sommerfeld.“
SPIEGEL ONLINE, 03. Mai 2003;

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,247237,00.html

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