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Regiemewechsel
Ein Regiemewechsel in einem Land hat weitreichende politische Folgen:
In dem betroffenen Land
- Wie kann ein funktionierender Staatsapparat aufgebaut werden?
- Wie können alle gesellschaftlichen Gruppen und Minderheiten in ein Regierungsbündnis (demokratische Teilhabe) eingebunden werden?
Regional
- Erkennen die Nachbarstaaten den neuen Staat bzw. die neue Regierung an?
- Welche politische Ausrichtung verfolgt die neue Regierung gegenüber den Nachbarländern?
Bündnisse / internationale Organisationen
- Bleibt der Staat in bestehenden Bündnissen / Organisationen oder verändert er seine Politik?
International
- Welche Politik betreibt der Staat im Bezug auf globale Probleme?
- Erkennen andere Staaten den neuen Staat an? Wie werden die Beziehungen zu anderen Ländern definiert?
- Werden internationale Verträge und Übereinkommen anerkannt?
„... Mit dem Sturz Saddam Husseins befreit die Militärallianz die Iraker nicht nur von dem Despoten, sondern setzt auch jene Kräfte frei, die das Regime eisern angekettet hatte.
Ähnlich wie einst Marschall Tito im ethnischen Flickenteppich Jugoslawien hatte der Despot vom Tigris mit harter Hand alle Verselbständigungsbegehren der vielfältigen Völker- und Glaubensgemeinschaften im Zweistromland unterdrückt. Vor einem „Bosnien am Euphrat“ warnt bereits Laith Kubba, Sprecher der Exil-Opposition, angesichts der aufkommenden Verteilungskämpfe zwischen den beiden großen islamischen Glaubensgemeinschaften der Sunniten und Schiiten sowie zwischen Christen, Kurden und Turkmenen.“
Der Spiegel, 16/ 2003, S. 30.
Nicht nur der Staat, in dem ein Konflikt gewaltsam ausgetragen wird, ist von Kriegsfolgen betroffen. Auch umliegende Länder müssen mit verschiedensten Folgen des Konfliktes wie zum Beispiel Flüchtlingsströmen, ausbleibenden Investitionen oder Umweltverschmutzung umgehen. Besonders schwerwiegend können sowohl politische und wirtschaftliche als auch soziale und ökologische Folgen sein.
Ein Krieg ist also nicht nur eine Bedrohung für die Menschen in dem Land, in welchem Krieg geführt wird, sondern auch für die Menschen in den Nachbarstaaten.
Zum Beispiel Jordanien 2003: Totenstille um Petra
"Seit dem 11. September trauen sich immer weniger Reisende in das vom Tourismus abhängige Jordanien. Seit Ausbruch des Irakkrieges liegen Tourismus und Handel nun völlig am Boden. Dauert der Krieg an, droht dem Wüstenstaat der ökonomische Zusammenbruch.
Ohne den Tourismus wird das Land eine der größten Einnahmequellen, die es noch hat, verlieren. Den Löwenanteil der 73 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, die in Jordanien im Dienstleistungssektor erwirtschaftet werden, steuert die Tourismus-Industrie bei.
Bleiben die ausländischen Besucher mit Devisen in der Tasche auch in Zukunft aus, droht Jordanien ein rasanter Anstieg von arbeitslosen Fremdenführern, Hotelangestellten, Bus- und Taxifahrern und allen anderen Berufsgruppen, die vom Tourismus abhängen. Schon heute haben die großen Hotels in Amman ihr Personal eingeschränkt und fahren es nur wegen den weiter anreisenden Journalisten wieder hoch, wie ein leitender Manager einer großen Hotelkette eingesteht. Zu den heute bereits rund 13 Prozent Arbeitssuchenden im Königreich könnten dann schnell neue hinzukommen."
Matthias Gebauer, SPIEGEL ONLINE - 25. März 2003; http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,241979,00.html