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Die Kosten der Kriege„Kriege verursachen nicht nur menschliche Opfer – sie zerstören auch die materielle Infrastruktur, verwüsten die Natur, zerrütten Sozialstrukturen und kosten enorme Summen, die anderswo dringend gebraucht würden. Entwicklungserfolge werden zunichte gemacht. Ein niedriger ökonomischer und sozialer Entwicklungsstand kann zwar Krieg fördern. Eindeutiger noch ist aber der umgekehrte Zusammenhang: Krieg verschärft Armut und Hunger, schreibt sie oft regelrecht fest. In manchen Regionen des Südens und zunehmend auch in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion und Jugoslawiens stellt Krieg derzeit wohl die hartnäckigste und verheerendste Entwicklungsblockade dar. Bei Untersuchungen stellte sich heraus, dass kein einziger der untersuchten Kriege einer Kosten-Nutzen-Rechnung standhielt – weder auf der Seite der militärischen ‘Verlierer‘ noch auf der der ‘Sieger‘.“
Stiftung Entwicklung und Frieden: Globale Trends 1996. Fakten, |
Die verschiedenen Dimensionen der Kriegsfolgen sind eng miteinander vernetzt und beeinflussen sich gegenseitig. Beispielsweise können direkte ökologische Kriegsfolgen langfristige Auswirkungen für die Menschen haben, genauso wie zum Beispiel ein hohe Zahl an Kriegsflüchtlingen in einer Region mittelfristig politische Probleme hervorrufen kann. |
Direkte / mittelfristige / langfristige Kriegsfolgen
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Was wird wodurch verursacht?
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Die Kosten für die internationale Gemeinschaft, das Völkerrecht und für Bündnissysteme sind oft nur ungenau festzustellen. Beim Irakkrieg wurde z.B. deutlich, dass die UN ihre Legitimation und ihre Einflussbereiche ebenso neu bestimmen muss, wie die NATO ihr Selbstverständnis und die EU ihren Anspruch an eine Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik.
Doch die Kosten für die internationale Gemeinschaft beziehen sich nicht nur auf politische Folgen, sondern auch auf soziale und wirtschaftliche Bereiche.
Flüchtlingskosten
- wirtschaftliche Belastungen
- politische und soziale Probleme
- militärische Komplikationen
Direkte wirtschaftliche Kosten und Opportunitätskosten
- entfallene Investitionen
- entfallene Importe
- entfallene Exportmärkte
- Störungen der Verfügbarkeit von Arbeitskräften
- regionale Belastungen
Militärische Kosten
- Verletzung der territorialen Integrität von Staaten
- militärische Gefechte
- höhere Verteidigungsbudgets
Kosten auf Grund von (politischer) Instabilität
- ethnische Radikalisierung
- Drogenhandel
- nationale und Abspaltungsbewegungen
- opportunistische Interventionen und Invasionen
Kosten von internationalen Friedenssicherungseinsätzen
- Bemühungen zur Entspannung einer humanitären Notlage
- multifunktionale Konfliktlösungseinsätze
Brown, Michael E./ Rosencrance, Richard N. (eds.): The Cost of Conflict: Prevention and Cure in The Global Arena, 1999, Lanham, MD, S. 18. Zit. nach: Matthies, Volker: Krisenprävention. Vorbeugen ist besser als Heilen. Leske+Budrich, Opladen 2000. (Eigene Übersetzung)
Refugee Costs
- Economic burdens
- Political and social Problems
- Military complications
Direct Economic Costs and Economic Opportunity Costs
- Lost investments
- Lost Imports
- Lost export markets
- Disruptions to labor supplies
- Regional burdens
Military Costs
- Territorial infringements
- Military skirmishes
- Higher defense budgets
Instability Costs
- Ethnic radicalization
- Drug trafficking
- Nationalistic and diversionary campaigns
- Opportunistic interventions and invasions
Costs of International Peace Operations
- Humanitarian relief efforts
- Multifunctional conflict resolution operations
Brown, Michael E./ Rosencrance, Richard N. (eds.): The Cost of Conflict: Prevention and Cure in The Global Arena, 1999, Lanham, MD, S. 18. Zit. nach: Matthies, Volker: Krisenprävention. Vorbeugen ist besser als Heilen. Leske+Budrich, Opladen 2000.
Die Operation "Freiheit für den Irak" hat einiges gekostet: Waffen, Geld und Menschenleben. Eine vorläufige Bilanz
- Soldaten im Einsatz: Alliierte: 300.000 Soldaten in der Region, darunter 255.000 Amerikaner, 45.000 Briten und 2.000 Australier. Iraker: 380000 Soldaten
- Tote, Verwundete, Kriegsgefangene: Alliierte: 171 Soldaten getötet (davon 138 US-Soldaten und 33 Briten). Iraker: mindestens 2.300 Soldaten getötet (US-Schätzung) - 1.200 bis 2.600 Zivilisten getötet 495 US-Soldaten wurden verwundet bei den Irakem waren es mehr als 5.000 (irakische Schätzungen). 6.800 irakische Kriegsgefangene meldet das US-Zentralkommando.
- Vermisste: Zu Vermissten liegen keine Zahlen vor.
- Medien: Mindestens zehn Joumalisten wurden bei Kampfhandlungen getötet
- Waffen derAlliierten: Etwa 15.000 Präzisionsbomben, 8.000 ungesteuerte Sprengkörper und 800 Marschflugkörper wurden eingesetzt etwa 30.000 Einsätze geflogen.
- Kriegskosten: USA: 79 Milliarden Dollar für Irak-Krieg und Folgen (darin 62,6 Milliarden reine Kriegskosten); Briten: 3 Milliarden Pfund (4,5 Milliarden Euro) für Irak-Krieg.
- Kriegsschäden, Umweltschäden. Kultur: Bis zu 170.000 Kunstgegenstände wurden von Plünderem aus dem Irakischen Nationalmuseum gestohlen, die Nationalbibliothek ist abgebrannt
- Infrastruktur: Die Wasser- und Stromversorgung ist teilweise zerstört, unter anderem wurden Krankenhäuser und öffentliche Gebäude geplündert.
- Umwelt: Wenige Ölquellen wurden in Brand gesteckt Die geschätzten Kosten für den Wiederaufbau des Irak betragen mindestens 100 Milliarden Dollar.
(Tsp/dpa) aus: Pax Report, Nr. 3 Mai/ Juni 2003, S. 9