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Kriegsangst bei Kindern

„Die Auseinandersetzung mit Kriegsangst ist für uns Erwachsene oft so schwierig und schmerzhaft, weil wir uns alle für unsere Kinder eine harmonische, glückliche und zukunftsoffene Welt wünschen, und weil wir die Vorstellung von der heilen Welt des ,Kindes‘ als Wunschtraum unserer eigenen Kindheit noch mit uns herumtragen.“
Horst Petri

Wie mit anderen Kriegsängsten umgehen?

Da Angst immer Ausdruck einer als gefährlich erlebten Situation ist, kommt es darauf an, emotionale Geborgenheit und Zuversicht zu vermitteln. Die Ängste der Kinder sollten nicht bagatellisiert oder abgewertet, sondern ernstgenommen werden.
Eine Bewahrpädagogik, die Kinder vor bestimmten Informationen oder Bildern schützen will, ist fehl am Platze.
Ebenso eine moralische Verurteilung kindlicher Kriegsphantasien oder -spiele. Es geht vielmehr um ein ehrliches Gespräch, eine ehrliche Auseinandersetzung.
Dies bedeutet auch, dass die Erwachsenen nicht den Hintergedanken hegen sollten, wie man diese Kriegsphantasien am besten unterbinden oder "wegerziehen" könnte.
Auch das Umgekehrte sollte vermieden werden. Nämlich, dass Kinder als Projektionsschirm für die eigenen Ängste mißbraucht werden, dass Kindern Einstellungen und Meinungen zu Krieg und Frieden aufgezwungen werden, die nicht die ihren sind.

Wie über Krieg und Frieden reden

Der richtige Zeitpunkt:
Am aufnahmebereitesten sind Kinder sicherlich dann, wenn sie selbst fragen.

Offenheit und Klarheit:
Wir müssen uns angewöhnen, mit den Kindern offener über das zu sprechen, was sie ohnehin bereits beschäftigt und bedrückt. Klare Informationen können mehr Sicherheit vermitteln als diffuse Andeutungen. Diese Offenheit bringt jedoch Erwachsene oft in Verlegenheit und Bedrängnis.

Eigene Ängste thematisieren: Wir müssen mit unseren Kindern auch über unsere eigenen Ängsten reden und darüber, was wir tun, um mit ihnen zu leben.

Kinder praktische Möglichkeiten anbieten ihre Trauer und Ängste auszudrücken: Bilder malen, Briefe schreiben, Kerzen aufstellen usw.

Haben unsere Kinder nicht recht?

Haben sie nicht recht, wenn sie uns vorwerfen, dass wir keine besonders guten Vorbilder seien?

Wir verlangen von ihnen, dass sie in jedem Streit eine friedliche Lösung suchen sollen – aber überall in der Welt wird Gewalt eingesetzt, um Konflikte zu lösen.
Sie werfen uns Grausamkeit vor – denn mit unserer Gewalt zerstören wir die Welt, in der sie leben wollen und sollen.
Sie werfen uns Erwachsenen Blindheit vor – weil wieder viele sagen, sie hätten von nichts gewußt.
Sie beklagen, dass viele Erwachsenen den Meinungen und Aktionen der Kinder mit Unverständnis begegnen und sie in ihrer Angst und ihrem Engagement nicht ernst nehmen.
Sie werfen uns Erwachsenen Unbelehrbarkeit vor – hat es nicht schon genug Kriege gegeben, wissen wir nicht, was sie anrichten?
Sie denken nach vorn: dass nach einem Krieg immer noch eine Lösung für die Probleme gefunden werden muss, sie – die ja wohl überhaupt nichts damit zu tun haben – fühlen sich mitschuldig an Kriegen. Und sie nehmen sich vor, es später ganz anders zu machen.
Vgl. „Ich kann nicht beschreiben wie die Angst ist“ Kinderbriefe für den Frieden. Niedernhausen/Ts. 1991, S. 6.

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