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Wesentlich ausführlicher und damit für die Klassifikation von Spielmitteln gewinnbringend, ist der Ansatz von H. Retter, der die Materialstruktur und die damit verbundene spielstruktur berückscihtigt und verknüpft. "Wir unterscheiden folgende Spielmittelgruppen:
Spielzeug
a) Fertiges Spielzeug, das als Einzelgegenstand eine bestimmte Spielfunktion erfüllt (z.B. Ball, Puppe, Kran, Musikspieldose),
b) Spielzeug-Anlagen, die als fertiges Spielzeug komplexere Situationen darstellen (Autorennbahn, Kaufmannsladne etc.);
"Spiele" (Regelspiele)
Da der Begriff mehrdeutig ist, erscheint Spiele hier in Anführungzeichen und bezieht sich ausschließlich auf die materialen Mittel für Regelspiele (strategische Spiele, Geschicklichkeitsspiele, Zufallsspiele). Hierzu gehören alle Karten-, Würfel- und Brettspiele und deren Materialien (z.B. Mikado, Fang die Maus u.a.).
Spielmaterialien
Spielmaterialien sind Elemente zur Selbstdarstellung und Ausgestaltung von Spielobjekten. Hierbei kann unterschieden werden:
a) Natur und anderes Grundmaterial (Sand, Wasser, Steine, Ton, Metall, Plastik etc.),
b) seriell gefertigte Materialelemente (Bauklötze, Bausysteme);
c) Ergänzungsmaterial für Spielzeug-Anlagen, Gestaltungs- und Rollenspiele (z.B. Aufstell-Figuren, Indianer-Kopfschmuck).
Beschäftigungsmaterialien
Unter diesem Begriff werden Materialien zusammengefaßt, die spielverwandten Tätigkeiten dienen und eine Verbindung zu Hobby und Arbeitsmitteln darstellen. Ob Beschäftigungsmaterial im Einzelfall mehr als Spielmittel oder als Arbeitsmittel anzusprechen ist, hängt nicht zuletzt von der jeweiligen pädagogischen Situation ab.
Der Übergang zwischen Spiel- und Beschäftigungsmaterial und damit zus tärker arbeitsorientiertem Verhalten vollzieht sich dort, wo an die Stelle freier Gestaltung die Materialbearbeitung, an die Stelle einer kruzfristigen zeit- und Zielperspektive das langfristige Planen tritt - mit dem Ziel, ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen bzw. ein funktionsfähiges Objekt herzustellen.
Zu unterscheiden sind folgende Gruppen von Beschäftigungsmaterialien:
a) Sortier-, Knüpf-, Legematerialien,
b) Materialien zum Experimentieren (z.B. chemiekasten),
c) Materialien zum Basteln und Werken (Ausschneidebögen, Bastelsets, Werkmaterialien und Werkzeuge, Modellbau),
d) Materialien zur Anregung kognitiver und ästhetisch-produktiver Prozesse (Mal- und Bilderbücher, Denkaufgaben, Rätselhefte).
Spielgeräte und Fahrzeuge
In dieser Untergruppe finden sich mit wenigen Ausnahmen Spielmittel, die der Geschicklichkeit, der körperlichen Gewandtheit und dem Bewegungserleben dienen: dies können Spielautomaten, aber auch Spielgeräte für sportliche Aktivitäten sein. Der Übergang zu den Sportgeräten ist fließend.
Retter 1979, S. 211ff.