Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Friedenskonsolidierung

Ökonomischer Wiederaufbau

Sozialer Wiederaufbau

  • Reparatur zerstörter Infrastruktur und Produktionsanlagen
  • Aufbau neuer Transportsysteme
  • Reaktivierung internationaler Finanzzugänge
  • Konversion der Rüstungsindustrie
  • Hilfe für kriegsgeschädigte Gruppen
  • Gesundheits- und Erziehungswesen
  • Gesellschaftlicher Diskurs über Ursachen und Folgen des Krieges

Demilitarisierung

Politischer Wiederaufbau

  • Politische Kontrolle der Gewaltmittel und -apparate
  • Verminderung der Rüstungsausgaben
  • Räumung von Minen
  • Neuformierung von Polizei
  • Beschäftigung und Reintegration von Soldaten
  • Aufbau demokratischer Strukturen
  • Regeln für Konfliktaustrag
  • Frage der Machtverteilung
  • Bildung politischer Institutionen

Vgl. Volker Matthies: Nicht mehr Krieg und noch nicht Frieden. Schlichtung und Wiederaufbau als Aufgaben der Entwicklungspolitik. In: Der Überblick, Heft 1 / 1995, S. 94 f.

 
     

Gewaltprävention und Friedenskonsolidierung durch Entwicklungszusammenarbeit

   

"Friedenskonsolidierung ist auch eine neue Aufgabe für die Entwicklungspolitik. Immer mehr wird hier zur Kenntnis genommen, daß milliardenschwere Entwicklungsanstrengungen in (Bürger-)Kriegen zunichte gemacht worden sind. Nach deren Ende droht die Entwicklungspolitik daher immer mehr zum Reparaturbetrieb für die Beseitigung von Kriegsschäden zu werden. Auf diesem Erfahrungshintergrund wächst die Erkenntnis neu, daß Entwicklung ohne Frieden nicht möglich ist, aber auch ein Frieden ohne Entwicklung keinen Bestand haben kann. Zur Absicherung von Friedensprozessen bedarf es also einer neuartigen Entwicklungszusammenarbeit unter den Bedingungen anhaltender Unsicherheit und eines prekären, kaum gefestigten Friedens. Entwicklungsprojekte müssen daher krisensicherer werden. Sie müssen zudem neue Aufgaben angehen: Etwa die Demobilisierung von Soldaten und Kämpfern, die Repatriierung und Reintegration von Flüchtlingen und Entwurzelten sowie den Wiederaufbau kriegsgeschädigter Gesellschaften, Länder und Regionen.

In die Lücke zwischen der eher langfristig angelegten, traditionellen entwicklungspolitischen Zusammenarbeit und der eher kurzfristig operierenden humanitären Hilfe tritt dabei immer mehr eine neuartige ,Krisen-Entwicklungshilfe' oder ,Nothilfe' sowie eine ,Wiederaufbauhilfe' oder ,Rehabilitationshilfe'. Als Instrument eines akuten Krisenmanagements läuft Entwicklungspolitik dann allerdings Gefahr, ihre langfristigen Ziele zu vernachlässigen, da sie immer häufiger unter extrem schwierigen Bedingungen in Krisen- und Nachkriegssituationen tätig wird."

Volker Matthies: Nicht mehr Krieg und noch nicht Frieden. Schlichtung und Wiederaufbau als Aufgaben der Entwicklungspolitik. In: Der Überblick, Heft 1 / 1995, S. 94 f.

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