Home / Themen / Konstruktive Ko... / Mediation / Die Rolle der Kultur bei der Konfliktbearbeitung
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Die Frage des Stellenwerts der Kultur bei der Vermittlung zwischen Akteuren unterschiedlicher Herkunft ist umstritten. Während die einen die Kultur in den Hintergrund schieben und auf Universalien des Problemlösungsansatzes pochen, gilt für andere die kulturelle Differenz als Hauptursache für das Scheitern von friedlicher Konfliktbearbeitung. Wieder andere versuchen mit dem vermuteten Einfluss der kulturellen Unterschiede differenziertkonstruktiv umzugehen. Dabei werden unterschiedliche Einflüsse der Kultur geltend gemacht, so etwa Kultur als Label bzw. Etikette in Verhandlungen. Dies ist dann der Fall, wenn Stereotype über vermeintliche oder tatsächliche kulturelle Differenzen die Verhandlungsstrategie und -taktik beeinflussen. So ist zum Beispiel immer wieder zu hören, dass "die Amerikaner" anders verhandeln als "die Japaner" oder "die Chinesen". Bisher ist es der empirischen Forschung noch nicht gelungen, substanzielle Ergebnisse dazu zu präsentieren. Kulturelle Differenzen werden auch als Linse verstanden, die den Parteien hilft, besonders auf die Grammatik der interkulturellen Verständigung zu achten. Angestrebt werden in diesem Zusammenhang differenzierte Bilder vom Gegenüber sowie die Förderung der Empathie. Oft wird die Kultur lediglich als vages Konzept eingeführt, das angeblich Verhandlungen überschattet, ohne das dabei nachvoll ziehbar wird, was eigentlich in den Definitionskorb interkultureller Verständigung gehört. Das vermutete Verhältnis von Kultur und anderen Determinanten - Macht, Interessen, Politisches System, Klasse, individuelle Psychologie und Verhaltensweisen der Verhandler bzw. Vermittler - wird dabei nicht aufgeklärt.
Wie auch immer der konkrete Einfluss der Kultur aussieht, für den Mediator ist zunächst entscheidend, dass er mit drei verschiedenen Settings konfrontiert sein kann:
Insbesondere der letzte Punkt dürfte im Zusammenhang mit substaatlicher Vermittlung zwischen staatlichen und nicht-staatlichen Akteuren wichtig sein. Die interkulturelle Fragestellung mag zwischen Diplomaten verschiedener Länder, die ohnehin über vergleichbare Ausbildungen verfügen, weniger von Interesse sein, als wenn zwei völlig unterschiedliche Referenzsysteme aufeinandertreffen. Günther Baechteler: Zivile Konfliktbearbeitung in Afrika. Grundlelemente für die Friedensförderungspolitik der Schweiz. Working paper 21. Schweizerische Friedensstiftung. Institut für Konfliktlösung. Bern 1998., S. 74 f.
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