Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Kompetenzen für konstruktive Konfliktbearbeitung im Nahbereich

Kommunikative-
Kompetenzen

  • Verbesserung der Selbst- und Fremdwahrnehmung;
  • der Umgang mit den eigenen und mit fremden Emotionen;
  • das Erkennen eigener und fremder Reaktionsweisen;
  • die Fähigkeit Menschen und Probleme getrennt sehen zu können;
  • die Entwicklung von Einfühlungsvermögen;
  • das Respektierung des Gegners.

Kooperative-
Kompetenzen

  • Fähigkeit zur sozialen Auseinandersetzung
  • Orientierung an anerkannten Regeln der Fairneß;
  • Frustrationstoleranz
  • Fähigkeit zum Einfühlen in Situation der anderen Partei;
  • Wille zur gemeinsamen Lösung
  • Wille zur Vermeidung einer Konflikteskalation

Deeskalations-
Kompetenzen

  • Wahrung der körperlichen und psychischen Integrität des Gegners
  • Kenntnisse über Konfliktverläufe
  • Kenntnisse über Konfliktbearbeitungs-

    möglichkeiten

  • Kontrolle der eigenen Emotionen
  • Schaffung vertrauensbildender Maßnahmen
  • Unter Druck mit Komplexität umgehen können

Konfrontations-
Kompetenzen

  • Ichstärke, Durchsetzungskraft
  • Zivilcourage
  • Politisches Handeln / Politische Aktion
   

Für die konfliktbearbeitung notwendige Kompetenzen

   

Die für konstruktive Konfliktbearbeitung im Nahbereich notwendigen Kompetenzen lassen sich in vier Bereiche aufgliedern:

1. In kommunikative Kompetenzen;
2. in Kooperative Kompetenzen;
3. in Deeskalations-Kompetenzen;
4. Konfrontations-Kompetenzen.

Dabei ist die Frage, wie (auch unter methodischen Gesichtspunkten) diese Kompetenzen vermittelt, bzw. gestärkt werden können.

Kommunikativ Kompetenzen

Die Vermittlung sozialer Fähigkeiten für eine befriedigende Kommunikation beinhalten im wesentlichen

  • die Verbesserung der Selbst- und Fremdwahrnehmung;
  • der Umgang mit den eigenen und mit fremden Emotionen;
  • das Erkennen eigener und fremder Reaktionsweisen die im zwischenmenschlichen Bereich und insbesondere innerhalb einer Konfliktdynamik störend oder hilfreich sind;
  • die Fähigkeit Menschen und Probleme getrennt sehen zu können;
  • die Entwicklung von Einfühlungsvermögen;
  • das Respektierung des Gegenübers / Konfliktpartners als Person
  • das Erkennen und formulieren eigener und fremder Interessen;
  • die Entwicklung von Möglichkeiten der angemessenen Selbstbehauptung.

Kooperative Kompetenzen

  • Kooperative Kompetenzen beinhalten u.a.
  • Orientierung an anerkannten Regeln der Fairneß;
  • Fähigkeit zur Rollenübernahme,
  • Fähigkeit zum Einfühlen in Situation der anderen Partei;
  • Wille zur gemeinsamen Lösung
  • Wille zur Vermeidung einer Konflikteskalation

Kooperatives Verhalten läßt sich moralisch nicht erzwingen und auch nicht einfach kognitiv steuern, sondern es ist von einer Vielzahl von Variablen abhängig.

Die Sozialpsychologie hat hierzu eine Reihe interessanter Details beigetragen. Danach hängt kooperatives Verhalten in Konfliktsituationen u.a. von der Geschichte der Interaktion der Konfliktpartner und der Intensität der Kommunikation ab, wobei sich eine größere Kommunikationsdichte eindeutig positiv auf kooperatives Verhalten auswirkt.

Ferner spielt die Anzahl der beteiligten Personen eine wichtige Rolle. D.h., mit der Größe der Gruppe nimmt das Maß an Kooperation ab, da dann der Gruppenzusammenhalt und die Gruppennormen wichtiger werden.

Deeskalations-Kompetenzen

Zu den Deeskalationskompetenzen gehören u.a.

  • Die Bereitschaft zur Wahrung der körperlichen und psychischen Integrität des Gegners;
  • Kenntnisse über Konfliktverläufe;
  • Kenntnisse über Konfliktbearbeitungsmöglichkeiten;
  • Kontrolle der eigenen Emotionen;
  • Schaffung vertrauensbildender Maßnahmen.

Eines der größten Probleme in Zusammenhang mit konstruktiver Konfliktaustragung ist die Überschreitung der Gewaltschwelle im Rahmen einer Konflikteskalation. Der erste Schritt, ja die Grundvoraussetzung für Pädagogik muß jedoch sein, die körperliche und psychische Integrität der am Konflikt beteiligten Personen zu gewährleisten.

Hier wird deutlich, daß konstruktive Konfliktbearbeitung und Gewaltprävention, bzw. Gewaltdeeskalation als sozialpädagogische und politische Strategien eng zusammengehören und nicht voneinander zu trennen sind.

Konfrontations-Kompetenz

Als Ergänzung oder auch als Gegenpol zu kooperationsorientierten Ansätzen läßt sich die Zuspitzung oder gar Inszenierung gesellschaftlicher Konflikte im Rahmen von Partizipationsstrategien sehen. Erfahrungen aus der Gemeinwesenarbeit, aus Bürgerinitiativen und gewaltfreien Aktionen zeigen, daß Parteilichkeit, eingebettet in eine Perspektive "von unten" durchaus dazu beitragen kann, Konfliktpotentiale erst ins Bewußtsein zu rücken um sie so überhaupt bearbeitbar zu machen.

Die hierfür notwendigen "Konfrontations-Kompetenzen" beinhalten Element der Zivilcourage ebenso wie der politischen Analyse gesellschaftlicher Konflikte und der politischen Aktion.

Günther Gugel

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