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Regeln für Lehrer, Schüler und Eltern

Sieben Schritte sind zu gehen:

1. Situationserfassung und Bewertung einschließlich eigener Affektkontrolle und Allparteilichkeit.
2. Gewalt unterbinden einschließlich sofortiger Grenzmarkierung und Deeskalation;
3. Handlungsaufschub: Zeit zum Nachdenken und Verabreden;
4. Informationsbasis erweitern (Sichtweisen, Perspektivenwechsel, Alternativen);
5. Zielbestimmung: Versöhnung und Generalisierung;
6. Planung und Realisierung: Fördern der Versöhnung, Vereinbarungen in der Klasse;
7. Verlaufs- und Erfolgskontrolle: das Erreichte bewerten, Rückschritte angehen.

Wie soll ich mich als Schüler bei Gewalt verhalten?
1. Ich reize Mitschüler nicht durch beleidigende Äußerungen.
2. Ich vertraue nicht auf die Wirksamkeit mitgeführter Waffen, Sprays etc.
3. Wenn ich angemacht werde, gehe ich inhaltlich nicht darauf ein.
4. Ich muß mich nicht prügeln, um meine Ehre zu verteidigen.
5. Ich versuche, den anderen in ein Gespräch zu verwickeln oder abzulenken.
6. Ich gebe nach, wenn es aussichtslos erscheint, mich zu wehren.
7. Erpressungen und Bedrohungen lasse ich nicht auf sich beruhen, sondern ich vertraue mich dem Klassenlehrer bzw. einem anderen Lehrer an.
8. Neben den Eltern kann ich auch Beratungsdienste um Rat fragen.
9. Ich überlege, mit welchen anderen Schülern (z.B. Schülerrat) ich an meiner Schule etwas gegen Gewalt tun kann.

Regeln für Eltern, deren Kinder von Gewalthandlungen an der Schule betroffen sind:

1. Versuchen Sie, bei konkreten Gewaltvorfällen mit größtmöglicher Ruhe und Überlegung vorzugehen.
2. Vergleichen Sie Ihre Wahrnehmung mit der Wahrnehmung anderer Eltern.
3. Sichern Sie Ihrem Kind zu, nicht gegen seinen Willen tätig zu werden und respektieren Sie die Angst Ihres Kindes.
4. Sichern Sie Ihrem Kind zu, Aktivitäten nur in Absprache mit ihm zu entwickeln.
5. Geben Sie Ihrem von Gewalt bedrohten Kind das Gefühl, daß Sie ihm beistehen werden.
6. Wenden Sie sich an einen Lehrer oder eine Lehrerin Ihres Vertrauens.
7. Überlegen Sie, ob Sie einen Berater/eine Beraterin für die Schule hinzuziehen wollen.
8. Überlegen Sie mit anderen Eltern, in welcher Form das Thema an die Schule herangetragen werden kann.
9. Überlegen Sie mit anderen Eltern, ob es Möglichkeiten gibt, daß Eltern im Rahmen von Schule sich vorbeugend beteiligen können.

Michael Grüner: Gewalt in der Schule: Arbeiten im Einzelfall und im System. In: Wolfgang Vogt (Hrsg.): Gewalt und Konfliktbearbeitung: Befunde - Konzepte - Handeln. Baden-Baden 1997, S. 180.

 

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