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Polizei Hamburg: "Wer nichts tut, macht mit. Verhalten in Gewaltsituationen"

Die Zahl der Gewaltdelikte steigt - die Bereitschaft zu helfen sinkt. Die Aktion "Wer nichts tut, macht mit." ist ein landesweiter Aufruf der Polizei Hamburg zu mehr Zivilcourage und Hilfsbereitschaft. Denn wer wegguckt, duldet die Gewalt. Es ist das Ziel der Aktion, Ihnen zu helfen, die eigenen Ängste und Unsicherheiten abzubauen, damit Sie in der Lage sind, Ihren Mitmenschen in einer Notsituation beizustehen. Unterstützt wird die Aktion unter anderem durch Plakate, einen TV-Spot und eine Check-Karte, die in kurzen Sätzen beschreibt, wie man sich als Zeuge einer Gewalttat verhalten soll. Interessiert? Dann schauen Sie hin: Hier finden Sie alle "Werbemittel" zum Herunterladen.

Hier können Sie etwas tun: Im Info-Bereich erfahren Sie nicht nur Ziele und Hintergründe über die Aktion "Wer nichts tut, macht mit.", sondern auch wichtige Verhaltensregeln. Damit Sie wissen, was Sie tun oder was Sie lassen sollten, falls Sie selbst einmal Zeuge einer Gewalttat werden. Im Forum haben Zeugen und Opfer von Gewaltdelikten die Möglichkeit, Ihre persönlichen Erfahrungen auszutauschen. "Gemeinsam gegen Gewalt" ist das Motto unseres Fragebogens. Machen Sie mit! Helfen Sie uns mit Ihren Antworten, die Aktion "Wer nichts tut, macht mit" zu einem echten Erfolg zu machen.

 
 

Wer nichts tut, macht mit. Verhalten in Gewaltsituationen

1. Ich helfe, aber ohne mich in Gefahr zu bringen. Falls Sie Zeuge einer Gewalttat werden, gibt es andere Möglichkeiten, als wegzusehen oder sich direkt dem Täter entgegenzustellen. Jeder Mensch hat Möglichkeiten, etwas Hilfreiches zu tun, ohne in direkte Konfrontation mit dem Täter zu geraten.

2. Ich fordere andere direkt zur Mithilfe auf. Es ist ein Phänomen, daß bei Anwesenheit mehrerer Personen am Unglücks- oder Tatort die Wahrscheinlichkeit sinkt, daß geholfen wird. Psychologen sehen mehrere Gründe für dieses Verhalten. Man macht die Ernsthaftigkeit der Notsituation von der Reaktion der anderen Zuschauer abhängig: "Wenn die anderen nicht helfen, wird es wohl auch nichts zu helfen geben." Möglich ist auch, daß die erste in Erwägung gezogene Reaktion, nämlich zu helfen, verworfen wird aus Angst vor der Blamage. Man paßt sich dann lieber der Zurückhaltung der anderen an, um nicht aufzufallen oder man schiebt die Verantwortung jeweils dem anderen zu mit dem Effekt, daß niemand hilft. Hier ist der Ansatzpunkt: Fangen Sie an etwas zu tun, andere werden dann folgen. Sagen Sie den Zuschauern: "Hier ist etwas nicht in Ordnung, hier muß etwas getan werden!" Fragen Sie: "Was können wir tun?" Sprechen Sie eine anderer Person an und fordern Sie direkt auf: "Holen Sie Hilfe."

3. Ich beobachte genau und merke mir den Täter.Der Polizei ist es schon häufiger gelungen, aufgrund eines schnellen Anrufes und der guten Beobachtungsleistung von Zeugen, Täter durch eine schnelle Fahndung zu fassen. Wichtig zu wissen ist vor allem die Kleidung, das Aussehen und Fluchtrichtung eines Täters. Möglicherweise können sie dem Täter in sicherem Abstand folgen, ohne ihn zu verfolgen.

4. Ich organisiere Hilfe - Notruf 110. Rufen Sie professionelle Helfer, damit diese so ist, wann etwas passiert ist und was passiert ist. Legen Sie dann nicht sofort wieder auf, falls Nachfragen nötig sind.

5. Ich kümmere mich um das Opfer. Nicht jeder traut sich zu, Erste Hilfe zu leisten, aber jeder kann dem Opfer beistehen. Die Erfahrung von Notärzten zeigt, daß verletzte Opfer schon dadurch stabilisiert werden können, wenn Sie bis zum Eintreffen der professionellen Helfer seelischen Beistand bekommen. Sprechen Sie mit dem Opfer, trösten Sie es. Fragen Sie, was Sie tun können und wie Sie unterstützen können.

6. Ich stelle mich als Zeuge zur Verfügung.Viele verlassen kurz vor oder unmittelbar nach dem Eintreffen der professionellen Helfer den Ort des Geschehens. Aber Sie werden als Zeuge gebraucht. Möglicherweise ist nur Ihnen etwas aufgefallen, das sehr wichtig ist, um den Täter zu fassen oder die Tat zu rekonstruieren. Deshalb bleiben Sie bitte vor Ort und fragen Sie die professionellen Helfer, ob Ihre Anwesenheit noch erforderlich ist. Sollten Sie unter Zeitdruck stehen, hinterlassen Sie für wichtige Nachfragen Ihren Namen und Ihre Erreichbarkeit.

Polizei Hamburg, beim Strohhause 31, 20097 Hamburg
Tel.: 040/2838056Fax: 040/282/8950
http://www.polizei.hamburg.de

 

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