Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Aspekte von Gewaltsituationen

Warum Gewalt oft so attraktiv ist

  • Mit Gewalt können Interessen durchgesetzt und Ziele erreicht werden.
  • Gewalt schafft Fakten, die bei späteren Verhandlungen als Ausgangspunkt genommen werden können.
  • Gewalt kann eigene Privilegien/Vorteile (zumindest kurzfristig) absichern und zudem berechtigte Ansprüche anderer (eine Zeit lang) abhalten.
  • Die (scheinbare) Effektivität von Gewalt braucht nicht begründet zu werden.
  • Gewalt wirkt auch nach innen, indem sie potentielle Kritiker einschüchtert.
  • Gewalt schafft Klarheiten in einer komplizierten und undurchsichtigen Welt.
  • Gewalt vermittelt das Gefühle, die eigene Ohnmacht zu überwinden.
  • Gewalttätigkeiten garantieren eine eingehende Medienberichterstattung.
  • Gewalthandlungen werden von den Tätern oft als emotional erregend und stimulierend erlebt.
  • Gewalthandlungen werden als Männlichkeitsbeweis gesehen.

Günther Gugel: Wir werden nicht weichen. Erfahrungen mit Gewaltfreiheit. Eine praxisorientierte Einführung. Tübingen 1996, S. 161

 
 

Was Gewaltsituationen problematisch macht

Gewaltsituationen

  • sind oft emotional aufgeheizt;
  • sind in ihrem Verlauf kaum berechenbar und kaum zu kontrollieren;
  • kommen häufig unvermittelt, sodaß einie Vorbereitung auf die spezifische Situation kaum möglich ist;
  • erfordern sofortiges Handeln;
  • machen Absprachen mit anderen in der Situation oft nur schwer möglich;
  • provozieren Angst um die eigene körperliche Unversehrtheit.
 
 

Wichtige Fragen

  • Sich einmischen oder heraushalten?
  • Welches sind die richtigen (angemessenen) Worte in der Situation?
  • Wie nahe kann ich mich heranwagen - soll ich besser Distanz halten?
  • Wie als Beteiligter (Opfter), wie als Zuschauer (Helfender) reagieren?
  • Wie kann ich andere auf die Situation aufmerksam machen?
  • Wie kann ich andere dazu bewegen gemeinsam einzugreifen?
  • Wie und Wo kann ich Hilfe finden und holen?
  • Wie kann ich Schaden begrenzen?
  • Wie kann ich später den/die Täter identifizieren?
  • Wie kann ich dem/den Opfer/n helfen?
 

© 2000, Verein für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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