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Schulmassaker in Deutschland

In den letzten Jahren haben an deutschen Schulen mehrere schwere Amokläufe stattgefunden. Erklärungen und die Frage nach den Ursachen sind schwierig und die Meinungen gehen weit auseinander.

Gewalt bildet fast immer den Endpunkt eines Weges, der bei dem Täter durch eine schrittweise Verengung der Perspektiven gekennzeichnet ist, bis nur noch die finale Tat als denkbare Option erscheint.

Der jugendliche Amokläufer fühlt sich ausgegrenzt und verhöhnt von einer ihn zurückweisenden Welt, in der er seine eigene Bedeutung und Macht schließlich in einem gewaltvollen Finale unter Beweis stellen will.

• Meissen, 9. Nov. 1999 : Der 15-jährige Andreas S. stürmt maskiert ins „Franziskaneum“, das städtische Gymnasium. In seiner Klasse stürzt er sich auf die Deutsch- und Geschichtslehrerin Sigrun L. Und sticht 22-mal auf die Frau ein. Die 44-jährige verblutet. Andreas S. gibt als Motiv „Hass“ an. Er wird zu siebeneinhalb Jahren Jugendstrafe verurteilt.

• Brannenburg, 16. März 2000: Der Schüler Michael F., 16 Jahre alt, schießt im Treppenhaus des Schloss-Internats im oberbayerischen Brannenburg auf Schulleiter Reiner G. und fügt sich anschließend selbst schwere Verletzungen zu. Der 57-jährige Pädagoge stirbt später an seinen Kopfverletzungen. Michael F. liegt seit der Tat im Wach-Koma.

• Freising, 19. Februar 2002: In Eching bei München erschießt der 22-jährige Adam Labus seinen ehemaligen Chef und einen Vorarbeiter. Anschließend fährt er nach Freising und wirft zwei Rohrbomben ins Rektorat der Wirtschaftsschule. Er tötet den Direktor mit drei Schüssen. Auf dem Flur begegnet er einem Religionslehrer. Dem schießt er durch die Wange. Dann begeht Labus Selbstmord.

• Erfurt, 26. April 2002: Der 19-jährige Robert Steinhäuser erschießt 12 Lehrer, zwei Schüler, die Schulsekretärin und einen Polizisten und begeht dann Selbstmord.

• Waiblingen, Oktober 2002: Der 16-jährige Marcel K. nimmt zehn Schüler und eine Lehrerin als Geiseln. Er ist mit einer schussicheren Weste, einer Luftpistole und Bombenattrappen ausgerüstet. Nach intensiven Verhandlungen lässt er dei Geiseln frei und ergibt sich.

• Coburg, 2. Juli 2003: Ein 16-jähriger Schüler schießt eine Lehrerin an und tötet sich anschließend selbst. Die Waffe stammt aus dem Waffentresor des Vaters.

• Emsdetten, 20. November 2006: Ein bewaffneter 18-Jähriger stürmt maskiert und bewaffnet in seine ehemalige Schule, schießt wahllos um sich und wirft Rauchbomben. Elf Kinder werden durch Schüsse verletzt.  Danach erschießt er sich selbst.

• Winnenden, 11. März 2009: Der 17-jährige ehemalige Schüler Tim K. dringt in die Albertville Realschule ein, erschießt neun Schülerinnen und Schüler und drei Lehrkräfte. Auf der Flucht erschießt er drei weitere Personen, bevor er sich selbst umbringt.

Vgl. Frankfurter Rundschau, 24.4.2007, S. 25, Stern 20/2002, S. 44 f., Die Welt, 12.3.2009.

Auszug aus: Günther Gugel: Handbuch Gewaltprävention. Für Sekundarstufen und die Arbeit mit Jugendlichen. Tübingen 2010. i.E.

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