Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Walter Schwenninger

Walter Schwenninger, pensionierter Lehrer, war von 1983 bis 1985 Abgeordneter der „Grünen“ im Deutschen Bundestag.

30 Jahre gibt es nun den Verein für Friedenspädagogik. (K)ein Grund zum Feiern!

So lange gibt es schon die unermüdlichen FriedensfreundInnen in der Tübinger Unterstadt, in der Bachgasse mit dem Symbol des Stahlhelms als Blumentopf überm Eingang bis zum Elfenbeinturm in der Corrensstraße, wo vorm Eingang die Kämpfer mit dem Brett vorm Kopf verbissen sich in den Haaren liegen. Was haben die FriedensstifterInnen nicht alles erdacht, erstritten, publiziert für Schulklassen und Erwachsenenbildung in der ganzen BRD im Kampf gegen Atomraketen, Rüstungsexporte, Rassismus, Intoleranz , Vorurteile und vor allem für eine gerechtere Welt. Vieles gelang, vieles gibt es noch zu tun.

Der Weg zum Frieden währt noch lange: Vorgestern wurde in der Südwest-Presse die erste deutsche Kampfbomberpilotin gepriesen. Vor Kurzem wurde die Entsendung deutscher U-Boote ins Mittelmeer als deutscher Beitrag zum Nahostkonflikt im Bundestag beschlossen, der Afghanistaneinsatz der Bundeswehr verlängert, die Kongo-Mission hochgelobt, und die bündnisgrüne Ex-Staatssekretärin Kerstin Müller forderte den Darfureinsatz gegen die Regierung im Sudan. Menschen, die sich mit Dynamit umgürten und andere in den Tod hineinziehen, gibt es immer mehr auf dieser Erde. Weltweit werden jährlich über 950 Milliarden für Krieg und Rüstung ausgegeben, um die ungerechte Weltwirtschaftsordnung zu erhalten. Bei den Rüstungsexporten hat unser Land immer noch Platz 4 mit 3,8 Milliarden EURO.

Doch es gibt auch viele positive Beispiele für gelungene Friedensprojekte, und da werden unsere FriedensstreiterInnen aus Tübingen in Zukunft weiter am Ball bleiben: Zum Beispiel bei der Fußball-WM in Südafrika, wo der Flüchtlingskontinent Afrika mit seinen Konflikten um Rohstoffe beleuchtet werden wird. Genau so wie in Peking, wo bei den Olympischen Spielen 08 die Frage nach den Menschenrechten gestellt wird und vor allem die unmenschlichen Arbeitsbedingungen ein Thema werden müssen.

In den Schulen wird innerhalb der UNO-Dekade für nachhaltige Entwicklung nicht nur in Tübingen vieles gesagt werden, wie nachhaltiges Wirtschaften zum Erhalt dieses Planeten unter Achtung der Menschenrechte aussehen muss. Dabei ist es wichtig, Menschen vom Süden überhaupt zu kennen. Die Schule „Fey Alegria“ in Villa El Salvador in Peru, die Partnerschule des hiesigen Uhlandgymnasiums, kann als Beispiel dafür gelten, wie das Motto „Voneinander Lernen“ in die Tat umgesetzt wird: Der Biogarten unserer Freunde dort versorgt die Schulmensa mit Gemüse und Kräutern. Ein kleiner Schritt zum Frieden auf lokaler Ebene.

Doch Hauptaufgabe wird sein: Das militärische Denken als Konfliktlösungsstrategie weltweit – auch in der UNO – zurückzudrängen. Neben der Ächtung und Abschaffung aller Atomwaffen müssen als nächstes die Großwaffen folgen: Die unsinnigen und Unsummen verschwendenden U-Boote, wo Deutschland Marktführer ist. Was könnte man alles mit diesem Geld im Kampf gegen den Hunger bewirken. Der Brandt-Bericht ist da immer noch aktuell. Wenn unser Institut für Friedenspädagogik im Jahre 2016 dafür in Stockholm mit den anderen Organisationen, ähnlich der Landminenkampagne, den Friedensnobelpreis bekommt, wäre ich gerne mit dabei.

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Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V. (Hrsg): Promote Peace Education! Viele Stimmen für den Frieden. Tübingen 2006, S.78-80.

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