Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

Home / Themen / Friedenspädagogik / Promote Peace E... / Roland Bernecker

Roland Bernecker

Dr. Roland Bernecker ist Generalsekretär der Deutschen UNESCO Kommission.

Die Deutsche UNESCO-Kommission gratuliert dem Institut für Friedenspädagogik Tübingen zu seinem 30-jährigen Bestehen. In Zeiten fortwährender Beschleunigung ist die international anerkannte Institutsarbeit über drei Dekaden als ein besonders nachhaltiger Beitrag zur Friedenspädagogik zu würdigen. Friedensarbeit ist das oberste Ziel der UNESCO, der Sonderorganisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation. Die UNESCO-Verfassung beginnt mit dem berühmten Satz: „Da Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden.“ Es ist nur vordergründig richtig, aus dem Primat der Politik in der Verantwortung für eine friedliche Gestaltung der Welt eine untergeordnete Rolle der Bildungs- und Erziehungsarbeit abzuleiten. Auch dazu hat die UNESCO bereits in ihrem Gründungsakt eine klare Aussage gemacht. Selbst eine zwischenstaatliche Organisation, verweist sie – noch unter dem Eindruck des Zweiten Weltkrieges – auf den unabdingbaren Beitrag, den die Menschen und Gesellschaften zur Arbeit an einer friedlicheren Zukunft leisten müssen:

„Ein ausschließlich auf politischen und wirtschaftlichen Abmachungen von Regierungen beruhender Friede kann die einmütige, dauernde und aufrichtige Zustimmung der Völker der Welt nicht finden. Friede muss – wenn er nicht scheitern soll – in der geistigen und moralischen Solidarität der Menschheit verankert werden.“

Für die Jahre 2005–2014 haben die Vereinten Nationen die Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgerufen. Friedenserziehung muss sich als ein zentrales Thema in den größeren Kontext der Bildung für Nachhaltigkeit einbringen. Dass diese konzeptionelle Anknüpfung gelingt, zeigt sich daran, dass das Institut für Friedenspädagogik 2005 als Offizielles Projekt der UN-Dekade ausgezeichnet wurde. Die große Herausforderung von Friedenserziehung besteht in der Verknüpfung von Bildungsgehalten und -methoden, die eine strukturierte und offene Selbstvergewisserung junger Menschen in einem gegebenen kulturellen Kontext ermöglichen, mit der Gestaltungskompetenz, Vielfalt und Alterität konstruktiv zu begegnen und ein grundlegendes Bewusstsein für Verantwortung zu entwickeln, die wir gegenüber den begrenzten Lebensressourcen auf dem Planeten Erde haben. Dazu braucht es innovative Konzepte, die auch dem sich ändernden Erwartungshorizont der nachwachsenden Generationen entsprechen müssen.

Wir wünschen dem Institut für Friedenspädagogik viel Erfolg für die nächsten Jahrzehnte!

______________

Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V. (Hrsg): Promote Peace Education! Viele Stimmen für den Frieden. Tübingen 2006, S.12f.

Eine PDF-Version dieser Seite herunterladen

Aktuelles / Blog

Veranstaltungen

Peace Counts School