Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Michael Schmid

Michael Schmid ist Sprecher der Landesgruppe Baden-Württenberg des Internationalen Versöhnungsbundes.

In unserer Welt gibt es unterschiedliche Formen von Gewalt und Unrecht. Stichwortartig seien z. B. genannt: Kriege, Folter, Armut, Hunger, Raubbau an Ressourcen, aber auch Mobbing und Stalking, sowie die drohende Klimakatastrophe.

Friedenspädagogik soll zur Veränderung dieser unfriedlichen, ungerechten und bedrohten Welt beitragen. Sie soll persönliche Gewaltbereitschaft vermindern, Gewaltstrukturen in zwischenmenschlichen Beziehungen, in allen gesellschaftlichen Bereichen und in der Staatenwelt aufdecken und abbauen helfen.

Wir brauchen eine Art „Gegenaufklärung“ zur häufig vorherrschenden Gewaltfixierung, welche eine große Masse gewaltloser Phänomene oft gar nicht mehr als solche erkennen lässt. Deshalb sollten wir den Blick auf Möglichkeiten und Methoden gewaltfreier Konfliktbearbeitung lenken. Dafür braucht es Menschen, die diese Methoden kennen, sie praktizieren und weitergeben können, etwa beim Umgang mit Gewalt in Schule, Jugendarbeit oder im ganz persönlichen Bereich. Notwendig ist auch die Vermittlung von gewaltfreien Vorbildern und gewaltfreien Kampagnen: etwa die Entkolonialisierung Indiens unter Mahatma Gandhi, die Bürgerrechtsbewegung gegen Rassendiskriminierung in den USA mit Martin Luther King, der Protest der Frauen 1943 in der Berliner Rosenstraße während der Nazidiktatur. Oder auch der gewaltlose Protest im östlichen Teil Europas Ende der 80er Jahre, der binnen kürzester Zeit die diktatorischen Herrschaftssysteme zum Einsturz brachte. Die direkten gewaltfreien Aktionen vor Atomraketenstellungen und Atomkraftwerken der Bundesrepublik sind ebenso Beispiele. Es geht also um Beispiele, die zeigen: Aktive Gewaltfreiheit und Zivilcourage kann gelernt und eingeübt werden. Das mutige Handeln von einzelnen Menschen kann etwas ins Rollen bringen, worauf viele kaum zu hoffen wagen. So trägt Friedenspädagogik zum Einmischen in aktuelle und zukünftige Konflikte bei und ermutigt zum Handeln.

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Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V. (Hrsg): Promote Peace Education! Viele Stimmen für den Frieden. Tübingen 2006, S.76f.

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