Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Gernot Erler

Gernot Erler, Mitglied der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag, ist Staatsminister im Auswärtigen Amt.

Eine professionelle und kontinuierliche „Erziehung zum Frieden“ ist unverzichtbar, um Friedenspolitik mehrheitsfähig zu machen. Eine kluge, vorausschauende, präventive Friedenspolitik hat es schwer: Sie ist kompliziert, wenig spektakulär, sie produziert keine Bilder, bedient keine Vorurteile und man kann sich kaum mit ihr profilieren. Wer will sich mit Krisen und Konflikten befassen, die verhindert werden konnten? Bis heute widmen sich die Medien und die Geschichtsbücher den Schlachten. Damit orientieren sie darauf, was zählt. Aber eine Welt, die den Eindruck erweckt, sie nimmt nur ernst, was mit Gewalt vorangetrieben wird, hat keine Zukunft. „Erziehung zum Frieden“ heißt, auf der Basis dieser Erkenntnis für das Andere zu sensibilisieren: für die Bedeutung von gerechter Verteilung, Chancengleichheit und Vermeidung von Demütigung und Ausgrenzung; für eine Gesellschaft, die Interessenkonflikte gewaltfrei regelt; für die Chance, im Dialog und über Verhandlungen Konflikte zu entschärfen; für die Unverzichtbarkeit von Rechtsordnungen, von Völkerrecht und internationalen Regelwerken und Verträgen als Alternative zum Faustrecht des Stärkeren. Das klingt alles sehr nach großer, globaler Politik. Friedensfähigkeit und Friedensbereitschaft fängt aber im Alltag, in der persönlichen Umgebung an. Deswegen setzt die Erziehung zum Frieden aus gutem Grund genau dort an.

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Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V. (Hrsg): Promote Peace Education! Viele Stimmen für den Frieden. Tübingen 2006, S.25.

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