Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Ernst-Ulrich von Weizsäcker

Prof. Dr. Ernst-Ulrich von Weizsäcker ist Dekan der Bren School of Environmental Science and Management, University of California, Santa Barbara.

Friedenserziehung ist eine Daueraufgabe. Immer wieder fragen „was hätte Gandhi in meiner jetzigen Lage getan?“ gehört zum Kern der Friedenserziehung. Darüber hinaus muss man die Erscheinungsformen struktureller Gewalt immer wieder neu studieren. Die haben sich seit dem Ende des Kalten Krieges stark verändert. Solange es die Ost-West-Rivalität gab, lag es im Interesse der wirtschaftlich Starken, den sozialen Konsens zu ehren und mitzubezahlen, denn dieser war ein gutes Bollwerk gegen den Kommunismus. Nach 1990 war dieses Konsens- Motiv verflogen. Seither heißt es weltweit: Kapitalrendite maximieren. Und wenn diesem Ziel der soziale Ausgleich im Wege steht, dann wird er eben gekippt. In praktisch jedem Land reißt daher die Schere zwischen Arm und Reich weiter auf. Entsprechend wächst die Verzweiflung, mancherorts auch die Wut über die neue Ungerechtigkeit. Erst wenn wir dies verstehen und die wirtschaftlich Starken wieder veranlassen, den sozialen Ausgleich zu suchen, haben wir eine Chance, auch die Gewalt des Terrorismus zu überwinden.

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Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V. (Hrsg): Promote Peace Education! Viele Stimmen für den Frieden. Tübingen 2006, S.96.

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