Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Christian Büttner

Prof. Dr. Christian Büttner ist Projektleiter des Arbeitsbereiches Friedenspädagogik / Konfliktpsychologie an der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung.

Ich habe in meiner mehr als 30 Jahre währenden Tätigkeit als Friedensforscher immer vermieden, von Friedenserziehung zu sprechen, sondern – wenn überhaupt – den Begriff Friedenspädagogik verwendet. Erziehung ist meines Erachtens etwas Praktisches, während der Begriffszusatz „Pädagogik“ etwas Professionelles signalisiert. Entsprechend sind mir die programmatischen Aussagen, Empfehlungen und praktischen Vorschläge der „Friedenserziehung“ zu ideell, zu beliebig und zu wenig auf das allgemein akzeptierte Wissen um Psychologie, Soziologie und politische Bildung bezogen. Ich erwarte deshalb, dass Friedenspädagogik sich deutlicher mit anderen Pädagogiken vernetzt und dieses auch entsprechend begründet.

Da ich nicht weiß, ob es jemals gelingen wird, den Zusammenhang der Makroebene der internationalen Beziehungen mit der Mikroebene des Lernens in persönlichen Beziehungen plausibel herzustellen, wünsche ich mir, dass deutlicher zwischen politischen Zielen und Strategien und solchen, die mit „Frieden“ das unmittelbare Verhalten der Menschen zueinander im Auge haben, unterschieden wird. Und schließlich fordere ich auf, von der Zielvorstellung einer Gewaltlosigkeit auf allen Ebenen menschlicher Existenz abzurücken und statt dessen in die Konzepte der Friedenspädagogik den Umgang mit Gewalt so zu integrieren, dass soziale Gemeinschaften lernen, wie sie kontrollierbar wird und/oder bleibt.

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Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V. (Hrsg): Promote Peace Education! Viele Stimmen für den Frieden. Tübingen 2006, S.19.

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