Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Arnulf Rating

Arnulf Rating ist Kabarettist und spielte vor seiner Solokarriere in dem legendären Trio „Die drei Tornados“.

Wir Deutsche setzen uns natürlich für den Frieden ein. Denn wir haben aus zwei Weltkriegen gelernt. Deshalb verteidigen wir unsere Freiheit jetzt auch weltweit, zum Beispiel am Hindukusch, am Horn von Afrika, im Kongo und im Nahen Osten. Ansonsten geht es uns gut, denn wir sind friedlich und von Freunden umgeben. Selbst Russen sind heute unsere Freunde und sponsern bei uns einen Fußballklub. Ja, mit Putins Russland verbindet uns vieles, zum Beispiel eine dicke Gasleitung. Und Gas hat in der deutschen Politik immer schon eine große Rolle gespielt. Putin ist schließlich – wie einmal ein deutscher Kanzler sagte – ein „lupenreiner Demokrat“. Manche von uns finden vielleicht nicht ganz in Ordnung, was Putins Truppen in Tschetschenien machen, aber wir erfahren da ja auch nicht mehr so viel – es gibt ja kaum noch jemanden, der darüber berichtet. Für uns ist sowieso klar: Menschenrechte gehen vor. Wenn wir mit Chinesen Geschäfte machen, sprechen wir das auch regelmäßig an.

Und Seite an Seite mit unseren Freunden aus den USA kämpfen wir gegen den Terror, denn der bedroht unseren Frieden. Wir können den Frieden nur erhalten, wenn wir zu Opfern bereit sind. Das ist ein schwerer Weg. In Afghanistan herrscht trotz unseres Einsatzes leider immer noch kein Frieden. Und im Irak sollen bereits über 600.000 Menschen dem Kampf gegen den Terror zum Opfer gefallen sein. Wir haben ja gleich gesagt, dass wir da nicht mitmachen. Trotzdem helfen wir natürlich der CIA, wenn irgendwelche Terroristen zum Verhör geflogen werden müssen. Ehrensache! Denn wir bekämpfen Terroristen konsequent. Irgendwann kriegen wir auch Kerle wie diesen Bin Laden. Wenn wir dann noch den verrückten Perverser Ahmadinedschad oder diesen Kim il Bumm in Nordkorea mit seiner Atombombe erwischen und die Hisbollah-Milizen entwaffnet haben, dann kehrt vielleicht langsam auf diesem Planeten wieder Ruhe und Frieden ein. Wir arbeiten daran. Um dieses Ziel zu erreichen, exportieren wir Deutschen auch immer mehr Waffen. Und wir nehmen sie konsequent denen weg, die damit nicht richtig umgehen. Dafür haben wir jetzt endlich ein robustes Mandat. Wie gesagt, wir sind für den Frieden. Mit großem Einsatz.

Auch in unseren Schulen hat deshalb Friedenserziehung einen großen Stellenwert. Neben der Rechtschreibung.

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Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V. (Hrsg): Promote Peace Education! Viele Stimmen für den Frieden. Tübingen 2006, S.68f.

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