Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Andreas Buro

Prof. (em.) Dr. Andreas Buro lehrte Politikwissenschaft an der Universität Frankfurt und ist friedenspolitischer Sprecher des Komitees für Grundrechte und Demokratie e. V.

Wenn von Frieden die Rede ist, wird Krieg fast immer mitgedacht, als handele es sich um Zwillinge. Krieg ist somit als Möglichkeit stets präsent. Warum eigentlich? Liegt es nicht im Interesse der Gesellschaften, Frieden zu wahren und Konflikte friedlich zu lösen? Dies wird durch Militär aufgrund seines offensiv-defensiven Doppelcharakters und seiner Gewaltverherrlichung nicht erreicht. Deshalb muss nicht-militärische, zivile Friedenssicherung und Konfliktlösung zur geläufigen Assoziation zum Frieden werden, und zwar nicht nur bei den Politikerinnen und Politikern, sondern auch innerhalb der Gesellschaft. Angesichts der historischen Gewalttraditionen und der Ideologien von „Gerechten Kriegen“ ist dies nur mit großem Einsatz für soziale Lernprozesse zu erreichen.

Die Friedensbewegung und andere soziale Bewegungen treiben diese Lernprozesse voran. Sie können dies jedoch nur zusammen mit Bemühungen auf anderen Feldern, die von ihnen nicht unmittelbar erreicht werden. Friedenspädagogik ist einer der äußerst wichtigen Partner, um soziale Lernprozesse in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens in Gang zu setzen. Das beginnt in Kindergarten und Schule, berührt die Familie und das Verhalten im Berufsleben und mündet in das politische Engagement im eigenen Land und zur Bewältigung von Konflikten jenseits der eigenen Grenzen. Dabei geht es nicht vorrangig um ein „Anti“, sondern vor allem um das Erlernen der Formen und Möglichkeiten zivilen Konfliktaustrages. Trotz der großen Bedeutung für die Wohlfahrt der Menschen wird in das Erlernen friedlichen Handelns nur ein winziger Bruchteil dessen investiert, was für Rüstung, Militär und für die organisierte Verfeindung ausgegeben wird. Offensichtlich muss friedensstrategisches Investieren erst noch gelernt werden. Das Institut für Friedenspädagogik in Tübingen mit seiner hervorragenden Arbeit muss auch in diesem Sinne seine Vorreiter-Rolle spielen.

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Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V. (Hrsg): Promote Peace Education! Viele Stimmen für den Frieden. Tübingen 2006, S.16f.

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