Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Wie der Gewalt vorbeugen? (1993)

Günther Gugel
Zuhause ...
   
 

Aggression und Gewalt darf kein Tabuthema sein. Sprechen Sie mit Ihren Kindern auch über ihre eigenen Erfahrungen und die ihrer Kinder.

Wenden Sie selbst in der Erziehung und in ihrem alltäglichen Verhalten möglichst keine aggressiven Verhaltensweisen an.
Versuchen Sie, eigene Konflikte und die mit ihren Kindern ohne Gewalt zu lösen.

Sind Sie, aus welchen Gründen auch immer, gegenüber Ihrem Kind aggressiv geworden, so entschuldigen Sie sich für Ihr Verhalten und klären Sie Ihr Kind über den Hintergrund Ihres Ausbruchs auf.

Überprüfen Sie Ihre eigene Einstellung zur Gewalt. Seien Sie mit befürwortenden Äußerungen zur Androhung und Anwendung von Gewalt (bei anderen Personen oder auch staatlichen Aktionen) sehr zurückhaltend. Aber: seien sie ehrlich.

Vermitteln Sie Ihren Kindern ein Gefühl des Akzeptiertseins und der emotionalen Geborgenheit. Stellen Sie diese emotionale Basis auf keinen Fall in Frage.

Nehmen Sie Ihre Kinder ernst. Beziehen Sie sie in Entscheidungen mit ein. Haben Sie, so weit es geht, keine Geheimnisse vor ihnen. So schaffen Sie eine Atmosphäre des Vertrauens.

Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Kinder.

 
... und in der Schule
   
 

Vergewissern Sie sich stets aufs neue, welche Erziehungsziele Sie in der Schule anstreben und welche Rolle dabei die Förderung der zwischenmenschlichen Beziehungen und des Demokratiebewußtseins spielen.

Verschaffen Sie den Ihnen anvertrauten Kindern echte Erfolgserlebnisse und die Entwicklung eines positiven Selbstwertgefühls, damit sie nicht auf "starke Ideologien und Männer" zurückgreifen müssen.

Ermöglichen Sie Ihren Kindern Unternehmungen, die Elemente von Abenteuer, Action und Körpererfahrung beinhalten, damit sie ihre Fähigkeiten und Grenzen kennenlernen.

Ermöglichen Sie die Entwicklung eines positiven Gemeinschaftsgefühls, damit sie erfahren, was gemeinsames und solidarisches Handeln vermag.

Ermöglichen Sie Ihren Kindern positive Identifikationen, damit sie Vorbilder haben, denen es nachzueifern lohnt.

Übertragen Sie Ihren Kindern Verantwortung, damit sie lernen, selbständig zu entscheiden und zu handeln.

Ermöglichen Sie Ihren Kindern, Erfahrungen in möglichst vielen sozialen Bereichen zu machen. Nur so können sie andere Menschen in ihren Sorgen und Nöten kennenlernen.

Ermöglichen Sie eine Auseinandersetzung mit Werten,
damit Ihre Kinder erkennen, wofür es sich zu leben und sich zu engagieren lohnt.

Ermöglichen Sie die Gestaltung des Schulraumes durch die Schüler, damit sie die Schule als ihre Schule erkennen und erleben können.

Gestalten Sie die Schule als einen sozialen Lebensraum, in dem nicht nur das Lernen sondern auch Spaß und Spiel, Gemeinsamkeiten und Auseinandersetzungen ihren Platz haben.

 
Im gesellschaftlichen Bereich
   
 

Treten Sie für mehr Mitsprache und Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen auf allen gesellschaftlichen Ebenen ein.

Engagieren Sie sich für eine Umwelt, die Ihren Kindern auch in Zukunft ein menschenwürdiges Leben ermöglicht.

Wenden Sie sich gegen jede Art von Gewalt im privaten, gesellschaftlichen und politischen Bereich

Eine Welt ganz ohne Gewalt wird wohl Utopie bleiben. Aber schon ein bißchen weniger Gewalt ist ein Ziel, für das es sich zu engagieren lohnt, auch wenn der Weg dahin weit erscheint.

 
 

Günther Gugel: Wie der Gewalt vorbeugen? (1993). In: Günther Gugel / Uli Jäger (Hrsg.): Friedenserziehung. Arbeitsansätze, Anregungen und Erfahrungen aus dem Verein für Friedenspädagogik Tübingen. Eine Dokumentation. Tübingen 1993.

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