Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Zwischenmenschliche Kommunikation und Bildungsarbeit

Bildungsarbeit setzt nicht nur themenspezifische Fachkenntnisse und Kenntnisse über Didaktik und Methodik voraus, sondern auch die Beherrschung grundlegender Formen zwischenmenschlicher Kommunikation. Diese Kommunikationsformen bilden die Basis, auf der alle Methoden aufbauen.

Drei Gründe, warum sich Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter in der Bildungsarbeit mit den Grundlagen zwischenmenschlicher Kommunikation und dem Gruppenverhalten in der Bildungsarbeit vertraut machen sollten:

1. Das eigene Werkzeug

Sich selbst das eigene Werkzeug zu sein heißt, nur das, was zu einem festen Bestandteil der eigenen Persönlichkeit der Leiterin bzw. des Leiters geworden ist, kann in zwischenmenschlichen Beziehungen bzw. der Bildungsarbeit eingesetzt werden. Dies setzt voraus, sich selbst mit den eigenen Reaktionsweisen, Ängsten und Wünschen zu kennen. Sich selbst besser kennenzulernen ist nur auf dem (scheinbaren) Umweg über andere möglich, also durch Auseinandersetzung mit den anderen.

2. Umgang mit Belastungssituationen

Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind Menschen mit Sorgen, Nöten, Stimmungen etc. und nicht nur mit einem "Bildungsinteresse". Das heißt, daß neben dem Thema und der Sache immer auch Emotionen und Beziehungen eine Rolle spielen.

Auch Bildungsarbeit hat deshalb einen hohen Anteil an Emotionalität, bedeutet Konfrontation mit Konflikten, Gefühlen, Ängsten etc., wenngleich diese Dimension häufig nicht direkt (bzw. nur als Störung) wahrgenommen wird.

Hinzu können Spannungen im Leitungsteam kommen, was dazu führt, daß solche Situationen und Erlebnisse stark in den eigenen "Privatbereich" hineinwirken und als belastend erlebt werden können.

Zu klären wäre deshalb, wie mit diesen Belastungssituationen adäquat umgegangen werden kann, wo es Möglichkeiten der Aufarbeitung und Entlastung gibt.

3. Bildungsarbeit findet immer in Gruppensituationen statt

Bildungssituationen sind immer Gruppensituationen. Um Gruppensituationen für Bildungszwecke richtig einschätzen und nutzen zu können, bedarf es der bewußten Erfahrung und des Wissens über Gruppenstrukturen und Gruppenentwicklungen (also über die Ergebnisse der Kleingruppenforschung) sowie über eigene Reaktionsweisen in Gruppen.

© Günther Gugel: Praxis politischer Bildungsarbeit. Methoden und Arbeitshilfen. 5. Auflage, Tübingen 1999.

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