Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Stichworte zum Thema "Gruppe"

Handlungsorientierter Politikunterricht findet beinahe ausschließlich in (Klein-) Gruppen statt. Die Klasse als Plenum ist als Großgruppe zu werten. Schulklassen zeigen von der psychosozialen Seite her gesehen die gleichen Merkmale und Entwicklungen wie andere Gruppen auch.

Einige Ergebnisse der Gruppenforschung

Kleingruppen sind Gruppen bis zu einer Größe von ca. 12­14 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Werden Gruppen größer, so zerfallen sie in Untergruppen. Je größer eine Gruppe, desto instabiler und unbeweglicher ist sie.

In Kleingruppen geht es vor allem um zwei Konfliktbereiche: Um Orientierung gegenüber der Autorität (Umgang mit und Verteilung von Macht und Einfluß) und um Orientierung der Mitglieder untereinander (Intimität, Nähe und Distanz).

In Großgruppen dominiert der Konfliktbereich der Rivalität von Teilgruppen und Einzelnen um Einfluß und Macht.

Gruppen bedürfen einer äußeren klaren Struktur (Raum, Zeit, Größe, Dauer, Ziel, Aufgabe ...).

Gruppen entwickeln (oft unbewußt) Standards für das Verhalten, die für alle Gültigkeit haben.

In Gruppen (die längere Zeit bestehen) besteht eine Tendenz zur Kleinhaltung der Unterschiede in Denken und Handeln.

Erwartungen der Gruppe(nteilnehmerinnen und -teilnehmer) beeinflussen stark das Verhalten, die Leistung und das de-facto-Können der einzelnen in der Gruppe. Dies führt oft zu Spannungen zwischen dem Anliegen der einzelnen und dem Erwartungsdruck der Gruppe.

Sympathie, Kontakt und Aktivität hängen in einer Gruppe voneinander ab.

Die grundlegenden Bedürfnisse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Gruppen sind: Zugehörigkeit, Einflußnahme und Wertschätzung.

Da diese Bedürfnisse in Großgruppen (also auch in Schulklassen) nur unzureichend befriedigt werden können, tendieren Großgruppen zur Bildung von überschaubareren Untergruppen.

Desweiteren ist in Großgruppen häufig eine Tendenz zur Paarbildung (Pairing) zu beobachten. Zwei (manchmal auch drei) Gruppenmitglieder schließen sich zusammen, um sich gemeinsam gegenüber anderen sowie gegen die Lehrerin / den Lehrer besser durchsetzen zu können. Solche "Paare" denken und fühlen gemeinsam.

Das Gefühl der Geborgenheit in einer Gruppe fördert die Tendenzen der Mitglieder sich miteinander zu identifizieren und ein "Wir-Gefühl" zu entwickeln.

Mitglieder in Gruppen mit einem starken Zusammengehörigkeitsgefühl (Kohäsion) sind zufriedener als solche in Gruppen mit einem schwachen.

Gruppen entwickeln eine Rangordnung. Diese gefährdet nicht den Zusammenhalt der Gruppe, sondern legt den sozialen Status der einzelnen in der Gruppe fest. Rangdifferenzierungen können nach Leistung oder nach Beliebtheit geschehen.

Gruppen differenzieren desweiteren Rollen aus, die die einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmer übernehmen. Hierzu gehören auch gruppeneigene Führungsrollen, die mit der formellen Gruppenleitung (Lehrerin/Lehrer) rivalisieren.

Untergruppen innerhalb einer Großgruppe differenzieren eigene Rangordnungen und Rollen aus, die mit denen der Großgruppe in Konkurrenz stehen können.

Außenseiterinnen bzw. Außenseiter und abweichende Meinungen sind für Gruppen wichtig.

Gruppen durchlaufen bestimmte Entwicklungsphasen.

Was bei Arbeitsgruppen zu beachten ist

Problematisch sind

© Günther Gugel: Praxis politischer Bildungsarbeit. Methoden und Arbeitshilfen. 5. Auflage, Tübingen 1999.

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