Home / Service / Unterrichtsmate... / Methoden / Methoden in der... / Methodenkompetenz als Kern des handlungsorientierten Unterrichts
Ein handlungsorientiertes Vorgehen, setzt bei Lehrerinnen und Lehrern ebenso wie bei Schülerinnen und Schülern Offenheit und Experimentierfreudigkeit voraus. Sicherheit im Umgang mit neuen Lernarrangements und Methoden sind nur durch den Erwerb von Methodenkompetenz auf beiden Seiten zu erreichen. Methodenkompetenz beinhaltet dabei mehr als über Kenntnisse einzelner Methoden zu verfügen. Sie umfaßt mindestens fünf Bereiche:
Methoden kennen und gezielt einsetze
Methodenkompetenz bedeutet die Fähigkeit vielfältige Methoden kritisch und gezielt zur Initiierung, Unterstützung und Auswertung von Lernprozessen einzusetzen. Dies erfordert Kenntnisse über ein breites Spektrum von Methoden, sowie deren Wirkungsbereich aber auch deren Grenzen.
Mit Emotionen umgehen können
Viele Methoden unterstützen Lernprozesse, bei denen nicht nur die Kognition, sondern ebenso starke emotionale Anteile angesprochen werden. Von den Lehrerinnen und Lehrern und den Schülerinnen und Schülern wird hier also verlangt, auch mit ihren emotionalen Anteilen förderlich umgehen zu können.
Mit Gruppensituationen umgehen können
Handlungsorientierte Methoden sind sehr häufig (klein-)gruppenorientierte Methoden. Wenn die Frontalsituaton in der Klasse aufgelöst wird, bekommt die Klasse als Gruppe eine andere Dynamik. Diese macht den Umgang miteinander oft spannender, wenngleich nicht unbedingt einfacher.
Kommunikation verstehen
Bei handlungsorientierten Methoden steht die intensive Kommunikation unter- und miteinander im Mittelpunkt. Dies bedeutet u. a. auch das Verstehen und Durchschaubarmachen der Kommunikationsabläufe. Eine wichtige Dimension des Lernprozesses ist also kommunikative Kompetenz zu unterstützen und gezielt zu fördern.
Das Thema nicht aus den Augen verlieren
Methoden entwickeln oft eine Eigendynamik die so spannend ist, daß man den eigentlichen Zweck aus den Augen verlieren könnte. Methoden haben stets "dienende Funktion". Sie unterstützen den Erwerb von Grundqualifikationen, von politischer und sozialer Kompetenz und sind deshalb im Rahmen des Unterrichts im Zusammenhang mit dem Thema zu sehen.
Methodenlernen im Unterricht
Nicht nur Lehrerinnen und Lehrer, sondern auch Schülerinnen und Schüler sollen Methodenkompetenz erwerben. Dies bedeutet, sie sollen befähigt werden, selbständig Informationen zu beschaffen und zu überprüfen, mit Texten und Bildern kritisch umzugehen, grundlegende Regeln in der Gruppenarbeit selbständig anzuwenden, Ergebnisse von Partner- oder Gruppenarbeit anschaulich und verständlich in der Klasse zu präsentieren usw.
Das Ziel von Methodenlernen ist,
Dabei stehen auch bei Schülerinnen und Schülern nicht nur die Inhalte im Vordergrund, sondern auch und wesentlich die Art der (Unterrichts-) Kommunikation. Ein wesentliches Element des Methodenlernens ist die gemeinsame Reflexion (Metakommunikation) des Unterrichtsgeschehens.
Methodenlernen zielt auf die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit der Schülerinnen und Schüler sowie auf die Praktizierung von Selbst- und Mitbestimmung.
© Günther Gugel: Praxis politischer Bildungsarbeit. Methoden und Arbeitshilfen. 5. Auflage, Tübingen 1999.