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Immer wenn wir mit anderen zusammen sind, teilen wir diesen (bewußt oder unbewußt, gewollt oder ungewollt) etwas mit und empfangen gleichzeitig von ihnen Mitteilungen.
Als grundlegende Eigenschaften von Kommunikation kann man folgende Punkte sehen:
Es ist unmöglich, nicht zu kommunizieren
Wer redet, teilt etwas mit, wer schweigt ebenfalls. Verhalten hat kein Gegenteil, man kann sich nicht "nicht" verhalten. Auch wer sich zurückzieht und nicht angesprochen werden möchte, vermittelt eine Botschaft, nämlich: "Ich möchte in Ruhe gelassen werden".
Kommunikation hat immer zwei Ebenen
Der Inhalt, das was gesagt wird, wird gewöhnlich mit Worten ausgedrückt. Gleichzeitig vermittelt jedoch das gesamte Ausdrucksverhalten, die Mimik und Gestik und der Tonfall, wie das Gesagte aufgefaßt werden soll. Der Inhaltsaspekt bezeichnet also das "Was" der Kommunikation, der Beziehungsaspekt das "Wie".
Wenn der Inhalts- und Beziehungsaspekt mit ihren Botschaften nicht übereinstimmen, gibt es Störungen und Probleme. (In einem gelangweilten Tonfall alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu diesem spannenden Seminar herzlich willkommen zu heißen, zeigt z. B. allen, wo die Leitung emotional steht.)
Häufig kommt es gerade in Bildungsveranstaltungen vor, daß Beziehungsprobleme über Sachfragen ausgetragen werden. Die Hintergründe einer scheinbar sachlichen Auseinandersetzung können z. B. in einer ungeklärten (Konkurrenz-)Beziehung liegen.
Menschliche Kommunikation ist doppelgleisig
Wenn Menschen sich austauschen, so geschieht dies normalerweise über Sprache (Worte und Begriffe). Gleichzeitig drücken sie sich jedoch auch nonverbal durch ihre Mimik und Gestik, durch ihre Art zu sprechen, zu sitzen, zu gehen aus. Diese Ausdruckssprache ist unmittelbarer als die Begriffssprache mit Worten. Sie vermittelt vor allem Stimmungen und Gefühle. Sie gibt der Leitung viele Informationen über das, was wirklich geschieht, was bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wirklich vor sich geht.
Kommunikationsabläufe sind symmetrisch oder komplementär
Wenn Menschen symmetrisch kommunizieren, tun und sagen sie in etwa das, was die andere bzw. der andere auch tut und sagt. Symmetrische Kommunikation ist Ausdruck eines Strebens nach Gleichheit.
Komplementäre Kommunikation beruht dagegen auf Unterschieden. Das Verhalten der Partnerinnen und Partner ergänzt sich gegenseitig. Beide Seiten können und dürfen sich nicht auf der gleichen Ebene begegnen. Eine Schülerin oder ein Schüler kann z. B. mit einer Lehrerin bzw. einem Lehrer i. d. R. nicht auf die gleiche Art und Weise sprechen, wie diese bzw. dieser mit ihr oder ihm. Das Verhalten des einen ist also für den anderen nicht möglich.
Während in symmetrischen Beziehungen Konflikte offen angesprochen und ausgetragen werden können, ist dies bei komplementären Beziehungen oft nur schwer möglich.
Vgl. Paul Watzlawik u. a.: Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien. Bern 1969.
Vgl. Otto Marmet: Ich und du und so weiter. Kleine Einführung in die Sozialpsychologie. München/Weinheim 1988, S. 1318.
© Günther Gugel: Praxis politischer Bildungsarbeit. Methoden und Arbeitshilfen. 5. Auflage, Tübingen 1999.