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ie Teilnahme an Arbeitskreisen, Einzelveranstaltungen oder Seminaren entspringt vielfältigen Motivationen und hat nicht allein mit dem Thema oder der Auseinandersetzung mit einem Problem oder einer Fragestellung zu tun.
Mindestens fünf Motivlagen, die sich gegenseitig verschränken und überlagern, sind zu berücksichtigen:
Das Qualifizierungsmotiv:
Die Veranstaltung wird primär unter dem Aspekt der Weiterbildung und der beruflichen Verwertbarkeit gesehen.
Das Persönlichkeitsbildungsmotiv:
Die Teilnahme an Bildungsveranstaltungen dient der Entwicklung und Entfaltung der eigenen Interessen der Persönlichkeit.
Das Problemlösemotiv:
Bestimmte persönliche, gesellschaftliche und politische Fragestellungen und Problembereiche sind so drängend geworden, daß aktiv nach Antworten gesucht wird.
Das Kontaktmotiv:
Andere Leute kennenzulernen und/oder mit bereits Bekannten Kontakte zu intensivieren, ist hier die treibende Kraft zur Teilnahme.
Das Erlebnismotiv:
Bildung wird hier zu einem Ereignis, das aus dem Alltag herausragen und etwas Außergewöhnliches bieten soll.
In der Lehrerfortbildung ist immer wieder ein weiteres Teilnahmemotiv festzustellen:
Das Delegationsmotiv:
Die Schulleitung oder Kolleginnen und Kollegen haben die Teilnahme "dringend empfohlen" oder gar eine Abordnung ausgesprochen.
Ältere lernen anders als jüngere Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Sie lernen oft schlechter, weil sie "aus der Übung" sind oder weil sie sich weniger zutrauen.
Lernen bedeutet für Erwachsene meist Umlernen. Das ist schwieriger als Neulernen, da die vorhandenen Kenntnisse und Einstellungen in Frage gestellt werden. Dies bringt Verunsicherungen mit sich, da das eigene Selbstverständnis und die eigene Identität als vorübergehend bedroht scheinen.
In der Erwachsenenbildung wird stark vereinfacht festgestellt,
Vgl. Horst Siebert: Lernen in der Erwachsenenbildung. Fernuniversität Gesamthochschule Hagen. Hagen 1979, S. 3949.
Was berücksichtigt werden sollte:
"Zu Hause, im Verein und Beruf hat jeder sein Verhaltensschema, die Re-Aktion auf Personen und Ereignisse sind erprobt und weitgehend festgelegt. Jetzt sieht sich der Erwachsene neuen Reizen, Menschen und Anforderungen ausgesetzt. Es macht ihn unsicher, nicht zu wissen, ob Privates und Schonräume respektiert werden. Zweifel machen sich breit, ob das, was er bislang weiß und kann, auch weiter Bestand haben wird. Vor allem gibt es eine Scheu, abgefragt zu werden, sich vor Publikum entblößen zu müssen, sich zu blamieren. Können Schwächen, Mängel, Versagen, Ängste eingestanden werden? Je mehr ein Teilnehmer im voraus erfährt, was auf ihn zukommt, wie es - methodisch - zugehen wird, desto positiver wird er sich innerlich einstellen."
Günther H. Ruddies: Erfolgreiche Erwachsenenbildung. Praxis, Reflexion, Ratgeber. Villingen-Schwenningen 1991, S. 25.
Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind für ihre Lernprozesse sowie für ihr Wohlergehen in einem Seminar zum größten Teil selbst verantwortlich.
Es ist also für den Lernerfolg sinnvoll und notwendig, wenn die Seminarleitung Fragen und Änderungsvorschläge von Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht als persönliche Kritik oder Angriff auffaßt, sondern als notwendige Schritte in einem gemeinsamen Lernprozeß mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
Solche Anfragen können z. B. sein:
© Günther Gugel: Praxis politischer Bildungsarbeit. Methoden und Arbeitshilfen. 5. Auflage, Tübingen 1999.