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Warum Menschenrechte einhalten?

Material 1: Warum nicht das Böse tun?

Warum soll der Mensch Gutes tun und nicht Böses? Warum steht der Mensch nicht "jenseits von Gut und Böse" (F. Nietzsche), nur seinem "Willen zur Macht" ( Erfolg, Reichtum, Vergnügen) verpflichtet? Elementare Fragen sind oft die allerschwierigsten – und solche stellen sich heute nicht mehr nur für den "permissiven" (auf Freizügigkeit beruhenden, d.A.) Westen. Vieles, Sitten, Gesetze und Gebräuche, vieles, was durch die Jahrhunderte selbstverständlich war, weil durch religiöse Autorität abgesichert, versteht sich heute überall auf der Welt keineswegs mehr von selbst. 

Fragen wie diese stellen sich an jeden Einzelnen:

Doch die Fragen richten sich auch an die großen Kollektive:

Warum dürfen ein Volk, eine Rasse, eine Religion, wenn sie über die notwendigen Machtmittel verfügen, eine andersartige, andersgläubige oder "ausländische" Minderheit nicht hassen, schikanieren und, wenn es darauf ankommt, gar exilieren oder liquidieren? Doch genug der Negativa!

Warum das Gute tun?

Auch hier stellen sich Fragen zunächst an den Einzelnen:

Hans Küng: Projekt Weltethos. Econ Verlag, München 1990, S. 46f.

Arbeitshinweise

1. Hans Küng erwähnt Sitten, Gebräuche und Gesetze, die das Zusammenleben regeln können. Bitte fertigen Sie eine Übersicht an um welche es sich dabei handeln kann.

2. Wie würden Sie die in M1(s.o.) aufgeworfenen Fragen für sich selbst beantworten?

3. Bitte diskutieren Sie,

4. Welche Konsequenzen für das Individuum und für die Gesellschaft hätte es, wenn ein einzelner Mensch zu der Auffassung gelangt, "Es gibt keinen Grund das Gute zu tun"? Wie sehen diese Konsequenzen aus, wenn eine Staatsführung oder wenn viele BürgerInnen dieser Auffassung entsprechen?

5. In K1 (s.u.) wird ein Unterschied zwischen Recht (Gesetz) und Gerechtigkeit gemacht. Wie ist dieser zu begründen?

6. Diskutieren Sie, was es bedeutet, wenn eine Gesellschaft ausschließlich auf Legalität durch Verfahren (also auf rechtmäßig zustande gekommene Gesetze) beruht. Wie kann hier das Problem der "ungerechten Gesetze" gelöst werden?

Kasten 1

"Ich finde, wir sollten erst Menschen sein,und danach Untertanen. Man sollte nicht den Respekt vor dem Gesetz pflegen, sondern vor der Gerechtigkeit. Nur eine einzige Verpflichtung bin ich berechtigt einzugehen, und das ist, jederzeit zu tun, was mir recht erscheint."
Henry David Thoreau: Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat (1849). Zürich 1973, S. 9

© Günther Gugel, Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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