Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Kinderrechte

Material 14: Aspekte der Situation der Kinder in der Welt

Weltweit arbeiten schätzungsweise 250 Millionen Kinder zwischen fünf und 14 Jahren uner Bedingungen, die ihrer Entwicklung schaden.
Rund 130 Millionen Kinder gehen nicht zur Schule. Zwei Drittel von ihnen sind Mädchen.
Über elf Millionen Kinder sterben jedes Jahr vor ihrem fünften Geburtstag; die meisten von ihnen an vermeidbaren und leicht behandelbaren Krankheiten.
Mädchen haben in vielen Ländern bis heute schlechtere Lebensbedingungen als Jungen. Aufgrund der erhöhrten Mädchensterblichkeit "fehlen" weltweit rund 100 Millionen Frauen.
Auch in den Industrieländern leiden immer mehr Kinder unter Armut, Missbrauch, Ausgrenzung und Gewalt. Allein in Deutschland werden jedes Jahr 150.000 Kinder so misshandelt, dass sie Vereltzungen davontragen.

Vgl. UNICEF: Zehn Jahre UN-Kinderrechtskonvention. Eine Zwischenbilanz, Köln 1999.

Material 15: Kinder haben Rechte
  1. Das Recht auf Gleichheit, unabhängig von Rasse, Religion, Herkunft oder Geschlecht.
  2. Das Recht auf eine gesunde geistige und körperliche Entwicklung.
  3. Das Recht auf einen Namen und eine Staatsangehörigkeit.
  4. Das Recht auf ausreichende Ernährung, menschenwürdige Wohnverhältnisse und medizinische Versorgung.
  5. Das Recht auf besondere Betreuung im Falle körperlicher oder geistiger Behinderung.
  6. Das Recht auf Liebe, Verständnis und Geborgenheit.
  7. Das Recht auf unentgeltlichen Unterricht, auf Spiel und Erholung.
  8. Das Recht auf Beteiligung an der Gestaltung der eigenen Umwelt.
  9. Das Recht auf Schutz vor Grausamkeit, Vernachlässigung und Ausbeutung.
  10. Das Recht auf Schutz vor allen Formen der Diskriminierung und auf eine Erziehung im Geiste der weltweiten Brüderlichkeit, des Friedens und der Toleranz.

Veröffentlicht u.a. in: UNICEF, Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Hrsg.): Jahreskalender 1995. Bonn 1994.

Material 16: Konvention über die Rechte der Kinder
Die UN-Konvention Uber die Rechte des Kindes

Westdeutscher Rundfunk Köln (Hrsg.): Projekte und Maßnahmen für die Rechte des Kindes. Köln 2002, S. 5.

Die Umsetzung der Konvention in Deutschland

Westdeutscher Rundfunk Köln (Hrsg.): Projekte und Maßnahmen für die Rechte des Kindes. Köln 2002, S. 5.

Probleme

Die Konvention beinhaltet u.a. den Schutz der Kindheit, das Recht auf Familie und Geborgenheit, das Recht auf Erziehung und Bildung, den Schutz vor sexueller Gewalt und Drogenmißbrauch, den Schutz vor politischer Gewalt und das Recht auf Identität und Status.
Diese Konvention ist zum ersten Mal ein völkerrechtlich verbindliches Dokument für die Rechte der Kinder. D.h. die Staaten, die sie ratifiziert haben, verpflichten sich, sie in eigenes, nationales Recht umzusetzen. (...)
Doch die Konvention selbst beinhaltet auch Problematisches: So werden als Kinder, für die diese Rechte gelten sollen, zwar alle Jungen und Mädchen unter 18 Jahren verstanden. In Art. 38 aber wird (als einzige Ausnahme von der 18-Jahre Regelung!) dieses Alter bei der Beteiligung an bewaffneten Konflikten und der Erziehung in Streitkräften auf 15 (!) Jahre gesenkt.
Vgl. Günther Gugel / Uli Jäger: Gewalt muß nicht sein. Einführung in friedenspädagogisches Denken und Handeln. Tübingen 1994, S. 155 ff., ergänzt.

Am 12.2.2002 trat nach langjährigen Verhandlungen das Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention über die Beteiligung von Kindern an bewaffneten Konflikten in Kraft. Es verbietet den Kriegseinsatz von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren. Bis heute haben es 109 Staaten unterzeichnet; allerdings wurde es erst von 35 Ländern ratifiziert. Deutschland hat das Zusatzprotokoll zwar am 6.9.2000 unterschrieben, doch bis heute nicht ratifiziert. UNICEF ruft die Bundesregierung auf, endlich das Zusatzprotokoll zu ratifizieren und damit ein Signal an Kriegsherren und Konfliktparteien zu senden.

Vgl. www.unicef.de

Material 17: Auszüge aus dem Generationenvertrag

Die Kinder haben das Recht auf eine Zukunft in Frieden, auf eine Welt mit sauberem Wasser, reiner Luft und gesunder Natur. Leben ist wichtiger als Geld. Die Erwachsenen erwarten im Alter von den Kindern Rücksicht. Die Kinder erwarten von den Erwachsenen Vorsicht für ihre Zukunft.
Die Erwachsenen, die diesen Generationenvertrag unterschreiben, verpflichten sich:

  1. Ich werde alles tun, dass wir einer lebenswerten Welt, wie sie sich die Kinder wünschen, näherkommen. Ich nehme die Gedanken, die Visionen und Wünsche der Kinder ernst. Nach Ablauf von zwölf Monaten werde ich den Kindern erneut für ein Gespräch zur Verfügung stehen, um zu berichten, was ich für dieses Ziel getan habe.
  2. Ich werde mindestens eine der (...) von den Kindern aufgelisteten Forderungen als Privatperson oder in meinem Beruf erfüllen. Welchen Kinderwunsch ich erfülle, gebe ich bekannt.
  3. Ich werde diesen Generationenvertrag an mindestens zwei weitere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens weitergeben, um diese ebenfalls für die Unterzeichnung zu gewinnen.

Dieser Generationenvertrag wurde auf dem von der Zeitschrift »Natur« organisierten nationalen Kindergipfel 1991 in Frankfurt verabschiedet. Vgl. Natur-Magazin, Nr. 11/1991, S. 32.

Kasten 14: Verbot der Prügelstrafe

Mit dem Beitritt zur Kinderrechtskonvention verpflichten sich die Staaten, Kinder vor jeglicher Form körperlicher Gewalt zu schützen. Die Betonung liegt auf "jeglicher Form". Die Misshandlung von Kindern steht zwar in vielen Ländern unter Strafe. Und auch die Prügelstrafe in den Schulen ist zumindest in Europa heute durchgängig verboten (abgesehen von den Privatschulen in Grossbritannien). In der Familie dagegen ist sie weiterhin größtenteils erlaubt. In Europa haben nur sechs Länder (Dänemark, Finnland, Norwegen, Österreich, Schweden und Zypern) den Grundsatz einer gewaltfreien Erzeihung gesetzlich festgeschrieben. In Deutschland wurde im Jahr 2000 das Recht auf gewaltfreie Erziehung in § 1631 Abs. 2 BGB verankert.

Vgl.UNICEF: Zehn Jahre UN-Kinderrechtskonvention. Eine Zwischenbilanz, Köln 1999, S. 4, aktualisiert.

Gewaltfreiheit akzeptiert - Armut unverändert

Anlässlich des Weltkindertages am 20. September zieht der Kinderschutzbund zu den Themen "Gewalt gegen Kinder" und "Kinderarmut" Bilanz. "Das Erfreuliche vorweg: Die Einstellung zu Gewalt gegenüber Kindern hat sich im vergangenen Jahr in der Bundesrepublik Deutschland erheblich verändert. 90% der Eltern, die bisher auch Körperstrafen einsetzten, streben nach den Ergebnissen der Eltern-, Jugend- und Expertenstudie von Prof. Dr. Bussmann, Universität Halle / Wittenberg eine gewaltfreie Erziehung an", so Heinz Hilgers, Präsident des Kinderschutzbundes, auf der Pressekonferenz am 18. September 2002 in Hannover. Der neue

§ 1631 Abs. 2 BGB, der das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung festschreibt, aber auch die Programme für gewaltfreie Erziehung zeigen Wirkung - nicht zuletzt die Elternkurse des DKSB "Starke Eltern - Starke Kinder".

Das hat auch auf Seiten der Kinder und Jugendlichen gefruchtet. So ist nach den Ergebnissen dieser Studie auch die Erfahrung der Betroffenen mit schwerer körperlicher Gewalt um fast 30 % zurückgegangen. Hilgers: "Es besteht nun die große Chance, dass aus der sich verändernden Einstellung vieler Eltern ein nachhaltiger Weg in eine gewaltfreiere Gesellschaft wird." Dazu müssen die Angebote für Eltern der freien Träger weiter gefördert werden. Auch die Kampagne "Mehr Respekt vor Kindern" darf keine Eintagsfliege bleiben.

"Aber: Kinder sind in Deutschland nach wie vor das Armutsrisiko Nr. 1", so Hilgers. Über eine Mio. Kinder leben von Sozialhilfe.

20 % aller Alleinerziehenden erhalten Sozialhilfe. Welche Folgen das für Kinder hat, zeigen die PISA-Studie und die Studie "Kind und Gesundheit" aus Nordrhein-Westfalen: Es gibt einen eindeutigen Zusammenhang zwischen sozialer Lage und Bildungschancen. "Von Bildungsgerechtigkeit sind wir meilenweit entfernt. Der Armutskreislauf wird nicht durchbrochen, sondern verfestigt", warnt Hilgers.

Deutscher Kinderschutzbund, 18.09.2002, PRESSEERKLÄRUNG zum Weltkindertag 2002

Arbeitshinweise
Literatur

Arbeitsgemeinschaft der Evang. Jugend in Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Arbeit mit Kindern. Kinderpolitisches Positionspapier. Forderungen. Düsseldorf 1993, 44 S.
Billhard, Thomas: Kinder haben Rechte. Foto und Textband mit einem Geleitwort von Marianne von Weizsäcker. Votum-Verlag, Münster 1990.
Blanke, Hedwig / Brigitte Hovenga / Silvia Wawrziczny (Hrsg.): Handbuch kommunale Kinderpolitik. Ansätze, Anregungen und Erfahrungen konkreter Kinderpolitik. Votum Verlag, Münster 1993, 256 S.
Brot für die Welt (Hrsg.): Krieg ist kein Kinderspiel. Stuttgart 1997; 40 S.
Brot für die Welt: Ich heiße Dienstag. Stuttgart 1998; 67 S.
Brot für die Welt: Shari. Stuttgart 2000; 50 S.
Bundesministerium für Frauen und Jugend (Hrsg.): Übereinkommen über die Rechte des Kindes. Text in amtlicher Übersetzung. Livonia-Verlag, Düsseldorf 1993, 51 S.
Dawin, Wolfram: Strassenkinder. Kassel 1998; 18 S.
Deutsches Komitee für UNICEF (Hrgs.): Zehn Jahre UN-Kinderrechtskonvention. Eine Zwischenbilanz. Köln 1999.
Deutsches Komitee für UNICEF (Hrsg.): Kinder haben Rechte. Frankfurt/M. 2000; Fischer Taschenbuch Verl.. 220 S.
Deutsches Komitee für UNICEF (Hrsg.): Konvention über die Rechte des Kindes. Ein weltweiter Maßstab. Köln o.J., 18 S.
Deutsches Komitee für UNICEF (Hrsg.): Weltgipfel für Kinder. Deklaration und Aktionsplan zum Überleben, zum Schutz und zur Entwicklung von Kindern in den 90er Jahren. Köln o.J., 18 S. Bezug: Deutsches Komitee für UNICEF, Höninger Weg 104, 50939 Köln.
Dulisch, Barbara (Hrsg.): 'Bis vor kurzem wusste ich nicht, dass ein O rund ist'. Münster 1997; Lit-Verlag. 155 S.
Eichholz Reinald (Hrsg.): Die Rechte des Kindes. Georg-Bitter-Verlag, Recklinghausen 1991.
Eichholz, Reinald: Die Rechte des Kindes. Recklinghausen 1991; Bitter. 80 S.
Engelmann, Reiner: Frei und gleich geboren. Zürich 1998; Unionsverl.. 287 S.
erziehung heute, Heft 1/1993. Themenheft: Gleiches Recht für Kinder?! Bezug: Österreichischer StudienVerlag, Postf. 104, A-6011 Innsbruck
Fesenfeld, Bergit: Kinderrechte sind (k)ein Thema. Praxishandbuch für die Öffentlichkeitsarbeit. Votum Verl., Münster 2001.
Fesenfeld, Bergit: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Kinderrechte. Mülheim an der Ruhr 1998; Verlag an der Ruhr. 226 S
Forum 'Schule für eine Welt': Globales Lernen. Jona/CH 1996; 48 S.
Fountain, Susan: Wir haben Rechte ... und nehmen sie wahr. Kinderrechte kennenlernen und verwirklichen! Eine Arbeitsmappe für Jugendliche. Verlag an der Ruhr. Mühlheim/Ruhr 1995, 128 S.
Fountain, Susan: Wir haben Rechte... und nehmen sie auch wahr. Mülheim an der Ruhr 1996; Verlag an der Ruhr. 128 S.
Frädrich, Jana / Ilona Jerger-Bachmann: Kinder bestimmen mit. Kinderrechte und Kinderpolitik. C.H. Beck’sche Verlagsanstalt, München 1995, 160 S.
Große-Oetringhaus, Hans-Martin: Kein Platz für Tränen. Wuppertal 1987; Hammer. 183 S.
Große-Oetringhaus, Hans-Martin: Kinder haben Rechte - überall. Berlin 1993; Elefanten Press. 143 S.
Große-Oetringhaus, Hans-Martin: Verkaufte Kindheit. Münster 1997; Verlag Westfälisches Dampfboot. 219 S.
Gugel, Günther: Vertretungsstunden mit Pfiff. Tübingen 2008; Institut für Friedenspädagogik. 144 S.(7. überarbeite und aktualisierte Auflage)
Güthoff, Friedhelm/Heinz Sünker (Hrsg.): Handbuch Kinderrechte. Partizipation, Kinderpolitik,
Kinderkultur. Votum Verl., Münster 2001.
Katzer, Elisabeth: Umsonst geht die Sonne auf. Mülheim an der Ruhr 1995; Verlag an der Ruhr. 84 S.
Kindermissionswerk: Kindern begegnen. Milano 1996; Ancora Verlag. 30 Farbbilder
Kindernothilfe: Kinder in Afrika. Duisburg 1996; 24 S.
Liebel, Manfred: Arbeitende Kinder stärken. Frankfurt/M. 1998; IKO - Verlag für Interkulturelle Kommunikation. 387 S.
Misereor (Hrsg.): Kinder, Aachen 1999; Misereor. 56 S.
Misereor (Hrsg.): Kinder. Unkel/Rhein 1999; Horlemann. 174 S.
Misereor (Hrsg.): Kinderrechte in der Einen Welt. Aachen 1998; Misereor. 38 S.
Misereor: Leseposter Kinderwelten. Aachen 1995; 5 Farbposter DIN A 2 mit Begleitheft (Plakate/Bilder; Orientierungsstufe
Müller, Heidrun: Kim ist meine Freundin. Frankfurt a.M. 1999; Brandes & Apsel / Südwind. 23 S.
Pädagogisch-theologisches Institut (Hrsg.): Meninos de Rua. Kassel 1995; ca. 70 S.
Plüss, Christine: Ferienglück aus Kinderhänden, Zürich 1999; Rotpunkt-Verl.. 185 S.
Schmitt, Rudolf: Eine Welt in der Schule. 1997; 320 S.
Schröder, Richard: Kinder reden mit! Beltz & Gehlenberg (LBS-Familienratgeber). Weinheim 1995, 160 S.
Stiftung Bildung und Entwicklung (Hrsg.): Rechte kennen. Rechte haben!. Zürich 1999; Verlag Pestalozzianum. 64 S.
terre des hommes (Hrsg.): Die Rechte der Kinder. Osnabrück 1999.
terre des hommes (Hrsg.): Kein Kinderspiel - Kinderarbeit. Osnabrück 1998; 29 S.
terre des hommes (Hrsg.): Kinderrechte. Mach mit. Aktionen und Informationen. Osnabrück 1999.
terre des hommes (Hrsg.): Spezial I. Materialien UN-Konvention über die Rechte der Kinder. Osnabrück 1992, 73 S. Bezug: Terre des hommes, Ruppenkampstr. 11a, 49031 Osnabrück.
UNHCR (Hrsg.): Jugendliche Flüchtlinge. Berlin 1999; 20 S.
UNICEF (Hrsg.): Der Start ins Leben. Frankfurt/M. 2001; Fischer Taschenbuch Verl.. 216 S.
UNICEF (Hrsg.): Kinderarbeit. Köln 1999; 2 Broschüren + 30 Fotos von Dücker, Uwe (Hrsg.): 'Straßenschule. Frankfurt/M. 1998; IKO - Verlag für Interkulturelle Kommunikation. 202 S.
Wochenschau Verlag (Hrsg.): Kinder und Krieg. Schwalbach b. Ffm. 1996; Wochenschau Verlag. 40 S.
Wochenschau-Verlag (Hrsg.): Kinderarbeit ächten oder achten? Schwalbach 2000; Wochenschau-Verlag. 42 S.

Kinderrechte im Internet

Unicef Deutschland
http://www.unicef.de
Unicef International
http://www.unicef.org
terre des hommes
http://www.tdh.de
Brot für die Welt
http://www.brot-fuer-die-welt.de/
Kindernothilfe Deutschland
http://www.kindernothilfe.de
Deutsche Welthungerhilfe
http://www.welthungerhilfe.de
Bundesarbeitsgemeimschaft
http://www.bundesarbeitsgemeinschaft.de/kinderrechte.htm
National Coalition Kinderrechte in Deutschland
http://www.national-coalition.de

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