Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Handeln gegen Krieg

Handeln gegen Krieg bedeutet zum Beispiel die Erarbeitung (öffentlicher) Stellungnahmen oder die Durchführung von Protestversammlungen. Dies bedeutet auch Antworten von den Verantwortlichen in Parteien und Regierungen über "Notwendigkeiten" und Begründungen ihres Handels (oder Nichthandelns) zu verlangen. Und dies bedeutet vor allem auch Alternativen zum militärischen Handeln aufzuzeigen, zu erarbeiten, anzubieten und umzusetzen. Gewalt kann politische Konflikte nicht lösen.

Mögliche Forderungen über ein Ende der Gewalt hinaus:

Flüchtlinge und Flüchtlingskinder bei uns
Doch Handeln gegen Krieg bedeutet auch humanitäres Engagement in der Flüchtlingshilfe, Solidarität mit den Opfern, um die Folgen abzumildern.
Viele Kinder aus Krisen und Kriegsgebieten (z.B. dem ehem. Jugoslawien) leben in Deutschland. Sie sind in Kindergärten und Schulen, wir begegnen ihnen im Alltag, wie in der Schulklasse? Wissen wir, wo unsere MitschülerInnen herkommen und was sie erlebt haben? Sie haben viel zu berichten.

Patenschaften für Flüchtlingskinder übernehmen
Flüchtlingskinder kehren oft wieder in ihre Heimat zurück. Eine Patenschaft kann ihnen dort einen neuen Anfang ermöglichen und das Gefühl geben, nicht vergessen zu sein.

Hilfe für Bedürftige
Durch konkrete Projekte, kann die Reintegration von Kriegskindern finanziell unterstützt werden. Projektunterlagen können bei allen großen Hilfswerken (UNICEF, terre des hommes, Brot für die Welt) angefordert werden.

Geschlechtsspezifische Gewalt in Kriegen
Mädchen und Frauen gehören zu den Mehrfach-Opfern von Kriegen. In der Not des Krieges tragen sie, ohne männlichen Schutz, häufig getrennt von Ehemännern, Vätern, Brüdern und Söhnen, die Hauptlast für das Überleben ihrer Restfamilien, vor allem ihrer Kinder.
In vielen Konflikten werden die Häuser von Frauen zerbombt, zerstört, niedergebrannt, ihre Felder und Gärten verwüstet, ihre Habseligkeiten und Vorräte geraubt und geplündert.
Zum "normalen" Kriegsgeschehen gehört in vielen Ländern die sexuelle Drangsalierung und Ausbeutung von Frauen und Mädchen, in Gestalt von Konkubinaten, Zwangsprostitution, Zwangsheiraten, sexueller Folter und Vergewaltigung. Systematische Massenvergewaltigungen sind oft politisch motiviert und werden gezielt als Kriegswaffe gegen den Gegner eingesetzt. Sie dienen der psychischen Verletzung und Demütigung von Frauen, deren Männern und Familien, der Zerstörung der Identität und Kultur des Feindes.
Aufgrund ihrer kulturtragenden Position in der Gesellschaft und ihrer zentralen Bedeutung in der Familienstruktur gelten Frauen als bevorzugte Angriffsziele.
Volker Matthies (Hrsg.): Frieden durch Einmischung? Bonn 1993, S. 78 f.

Versöhnung lernen
Welche Schritte sind notwendig, um nach Kriegserlebnissen so weiterleben zu können, dass keine neuen gewalttätigen Konflikte entstehen? Rachegefühle überwinden, Versöhnung lernen und eine gemeinsame Zukunft finden sind hierfür erste Stichworte.

Urlaub/Ferien und Krieg
In vielen Urlaubsregionen (Vogesen, Normandie, Südtirol usw.) sind die Spuren vergangener Kriege unübersehbar präsent: Soldatenfriedhöfe, Gedenkstätten, Unterstände in Wandgebieten, gesprengte Bunker ... Diese Spuren regen zu weitern Recherchen an.
Ein ganz anderer Aspekt betrifft Kinder aus Kriegsgebieten. Ihnen "Ferien vom Krieg" durch direkte Unterstützung von entsprechenden Ferienmaßnahmen zu ermöglichen kann ein wichtiger Schritt für eine längerfristige Versöhnungsarbeit sein.

Günther Gugel / Uli Jäger: Krieg im Unterricht. aktualisierte Fassung, Tübingen 2003

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