Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Anstösse zum Nachdenken

Pädagogik hat eine besondere Verantwortung für die Auseinandersetzung mit Krieg und Frieden. Lehrerinnen und Lehrer unterrichten nicht nur "Stoff", sie sind auch als Vorbilder gefragt. Dies ist besonders schwierig, in einer Situation, in der traditionelle Maßstäbe nicht mehr zu gelten scheinen und neue Orientierungen gefunden werden müssen.

Über den Krieg sprechen

Wer in der Schule über Krieg reden will, muß sich über seine eigene Position im Klaren werden. Eine bewußte und gründliche Auseinandersetzung ist hierbei notwendig. Wie stehe ich zum Einsatz (militärischer) Gewalt, welche Haltung nehme ich zur Bundeswehr ein? Wie kommentiere ich die täglichen Kriegsbilder und -nachrichten? Wie verhalten ich mich persönlich angesichts der Not der Flüchtlinge? Wie begegne ich den in Deutschland lebenden serbischen oder kroatischen Mitbürgerinnen und Mitbürger? Wie verarbeite ich meine eigene Betroffenheit?
Über den Krieg sprechen heißt auch: Rechtfertigungen für Gewalt und Gewaltandrohungen hinterfragen; Zensur und politische Propaganda auf allen Seiten zu benennen; Möglichkeiten für eine eigene, kritische Urteilsbildung suchen; Fragen nicht ausweichen und Ängste ernst nehmen; Stellung beziehen und Möglichkeiten anbieten, das Gesehene und Erlebte zu verarbeiten.
Dazu gehört es auch, die Faszination zu thematisieren, die vom Einsatz moderner Waffentechnik ausgeht und alle Versuche der Heroisierung des Krieges zu hinterfragen.
All dies beinhaltet aber auch, dass Schülerinnen und Schüler nicht indoktriniert oder für politische Interessen und persönliche Betroffenheiten instrumentalisiert werden dürfen. Ziel ist die Sensibilisierung gegen Ungerechtigkeiten und Menschenrechtsverletzungen und die Förderung der Auseinandersetzung mit und das Ringen um Meinungen und Standpunkte.
Pädagogik darf sich dabei nicht scheuen, deutlich und klar "Nein" zu jeder Art von Gewalt und vor allem auch zur Kriegsgewalt zu sagen. Thematisiert werden müssen jedoch auch Zweifel und die Problematik von Dilemma-Situationen, aus denen es keine Auswege gibt, ohne sich mit Schuld zu beladen.

Krisen und Kriege - aktuelle Übersichten

Das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung veröffentlicht jährlich Zahlen und Analysen zu Krisen und Kriegen in einem sog. „Konfliktbarometer“.

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Günther Gugel / Uli Jäger: Krieg im Unterricht. aktualisierte Fassung, Tübingen 2003

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