Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Erich Kästners "Konferenz der Tiere" - eine ideale Klassenlektüre ab der dritten Jahrgangsstufe

Klaus Vogel

1947, nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg, als Reaktion auf die immer wieder gescheiterten Konferenzen der Mächtigen dieser Welt im heraufziehenden Kalten Krieg, schrieb Erich Kästner "Die Konferenz der Tiere". Es ist eine märchenhafte Tierparabel, die aber auch als bittere Satire verstanden werden kann - nicht nur für Kinder, sondern auch "für Kenner", wie der Autor vermerkte.
Die Parabel geht auf eine Anregung der Gründerin der Internationalen Kinder- und Jugendbibliothek Jella Lepman zurück. Kästner und Lepan konnten als Illustrator Walter Trier gewinnen, der über 100 zum Teil farbige Bilder schuf und dann frustriert war, dass der Verleger wegen der hohen Herstellungskosten den Druck mehrmals hinauszögerte.
Erst 1949 erschien das Buch bei Emil Oprecht in Zürich. "Trier hatte sich viel vom Welterfolg des pazifistischen Kinderbuchs versprochen und fürchtete, seine Wirkung könne verpuffen: "Was ist Ihre Meinung - ist der Boden für unser Buch noch so gut vorbereitet wie er etwa vor zwei Jahren war - als wir alle (??) noch so empört waren, dass man schon wieder wagt vom nächsten Krieg zu sprechen, oder ist man schon wieder so abgehärtet - resigniert - dass wir wieder als die in den Wolken schwebenden unverbesserlichen Pacifisten angesehen werden ...??" (1)
Sucht man eine Antwort, so lässt sich aus heutiger Sicht sagen, dass das Buch (leider) nichts von seiner aktuellen Brisanz verloren hat.
Die Handlung ist schnell erzählt: Da es den Menschen nicht gelingt, vernünftig zu werden und sie Kriege immer wieder als Mittel der Politik ansehen, beschließen die Tiere, die Menschen "um ihrer Kinder willen" zur Vernuft zu bringen. "Mir tun bloß die Kinder Leid, die sie haben", meinte der Elefant Oskar und ließ die Ohren hängen. "So nette Kinder! Und immer müssen sie Kriege und die Revolutionen und Streiks mitmachen, und dann sagen die Großen noch: Sie hätten alles nur getan, damit es den Kindern später besser ginge. So eine Frechheit, was?" (2)
Da die Friedenskonferenzen der Menschen ständig scheitern, beschließen die Tiere im "Hochhaus der Tiere" ihre erste und letzte Konferenz abzuhalten. Parallel zur Konferenz der Tiere tagen in Kapstadt, Südafrika, die Staatsoberhäupter, Ministerpräsidenten und ihre Ratgeber zu ihrer 87. Konferenz. Als ihnen die Forderungen der Tiere "um der Menschen Kinder Willen" überbracht werden, sind sie sich erstmals einig: Die Tiere sollen sich nicht einmischen! Da der Appell der Tiere also nichts bewirkt, vernichtet eine Mäuse- und Rattenplage sämtliche Akten der Kapstadter Konferenzteilnehmer. Diese sind davon jedoch wenig beeindruckt. In kürzester Zeit werden Kopien besorgt, so dass die Tiere sich etwas neues einfallen lassen müssen. Der zweite Anschlag gilt den Uniformen, auf die sich in der ganzen Welt die Motten stürzen. Einsicht bewirkt auch diese Aktion nicht. "Der Tag, der dieser Nacht folgte - der vierte Tag der siebenundachtzigsten Konferenz der Staatsmänner und zugleich der ersten und letzten Konferenz der Tiere -, dieser Tag wird für immer in den Geschichtsbüchern als "der größte Schreckenstag der Menschheit" verzeichnet bleiben und von niemandem, der ihn miterlebt hat, jemals vergessen werden. Was war geschehen? Man wagt es kaum zu sagen: Die Kinder waren verschwunden! Sämtliche Kinder sämtlicher Menschen waren fort! ... Die Eltern und Lehrer und alle Erwachsenen waren allein auf der Erde. Ganz kinderseelenallein."(3)
So zwingen die Tiere die Menschen zur Unterzeichnung eines "ewigen Friedesvertrages", der in gewisser Weise Kästners Utopie für eine friedliche Welt beinhaltet (und der auch als Balsam für manche geschundene Pädagogenseele gelesen werden kann).

Der ewige Friedensvertrag

1. Alle Grenzpfähle und Grenzwachen werden beseitigt. Es gibt keine Grenze mehr.

2. Das Militär und alle Schuss- und Sprengwaffen werden abgeschafft. Es gibt keine Kriege mehr.

3. Die zur Aufrechterhaltung der Ordnung erforderliche Polizei wird mit Pfeil und Bogen ausgerüstet. Sie hat vornehmlich darüber zu wachen, dass Wissenschaft und Technik ausschließlich im Dienst des Friedens stehen. Es gibt keine Mordwissenschaft mehr.

4. Die Zahl der Büros, Beamten und Aktenschränke wird auf das unerlässliche Mindestmaß herabgeschraubt. Die Büros sind für Menschen da, nicht umgekehrt.

5. Die bestbezahlte Beamten werden in Zuzkunft die Lehrer sein. Die Aufgabe, die Kinder zu wahren Menschen zu erziehen, ist die höchste und schwerste Aufgabe. Das Ziel der echten Erziehung soll heißen:
Es gibt keine Trägheit des Herzens mehr! (4)

Die "Konferenz der Tiere" als Klassenlektüre

Ist nicht das Thema "Krieg" zu ernst, als dass man es in einer satirischen Parabel mit Schülern behandelt? Führt diese phantastische Erzählung die Schüler nicht von der Wirklichkeit weg und erschwert die Realitätsbewältigung durch illusionäre Traumlösungen? Oder ermöglicht nicht gerade angesichts des unbegreifbaren Elendes, das Kriege über die Menschen und auch die Kinder bringen, die phantastische Erzählung einen Weg der Auseinandersetzung. "In einer realistischen Kindergeschichte werden meist Anpassungsleistungen der Protagonisten an eine fiktionale Realität gefordert. Phantastische Kinderliteratur will etwas anderes: Der entscheidende Prozess läuft hier nicht auf der Handlungsebene ab, sondern im Bewusstsein der Protagonisten wie der Leser. Der Leser, der sich mit dem kindlichen Helden identifiziert, begeht tatsächlich so etwas wie eine Flucht vor der Wirklichkeit. Aber diese Flucht führt ihn nicht in ein Niemandsland, sondern in eine phantastische Welt, die konträr zu den Anforderungen der Wirklichkeit steht. Auf diese Weise schützt sich der Leser vor einer vollständigen Vereinnahmung durch seine Umwelt und kann dadurch ein Stück Phantasie retten - jene Phantasie, die es möglich macht, die Verhältnisse der Realität auch einmal umzukehren, sie zu verändern, selbst wenn es bei einem Gedankenspiel bleibt." (5)
Klassenlektüren ermöglichen vor allem "buchfernen" Kindern und Jugendlichen, einen Zugang zu Langtexten zu finden. Die "Konferenz der Tiere" ist hier ideal, da der Textumfang nicht sonderlich groß ist und die Textteile durch die sehr ansprechenden und witzigen Zeichnungen zum Verweilen aber auch zum bildlichen Antizipieren der Handlung einladen. Zudem ist das Buch eine Art "Zwiebelbuch", wie Michael Saar ausführt. Seine verschiedenen "Häute" können je nach Bedarf und Verwendung abgehoben werden. "Die Leser werden ganz unterschiedlich tief eindringen, die jüngeren werden nur die oberen Schichten durchdringen und sich in erster Linie für das vordergründige Geschehen interessieren; die älteren werden sehr viel weiter vorstoßen, auch zwischen den Zeilen lesen, das Ungesagte mitverstehen und hinter dem spannenden Handlungsverlauf auch den um die Kinder und deren Zukunft besorgten Autor erkennen. Bei jeder Lesealtersstufe aber wird eine adäquate Erfassung des Buches möglich sein, und auf jedes Alter wird es seine spezifische Wirkung ausüben." (6)
Entsprechend offen sollte auch das Vorgehen im Unterricht sein und den Leseerwartungen vor allem der schwachen Leser möglichst gerecht werden. Was nicht heißen soll, dass man nicht den "Leseratten" bei einer projektorientierten Arbeitsweise auch genügend Raum gibt, sich ihrer Lesekompetenz gemäß einzubringen. (7)

Unterrichtsanregungen

Motivation und Textklärung

Erste Aufgabe im Unterricht ist es, das Interesse der Schüler für das Buch zu wecken und die Kenntnis des Textes herbeizuführen.

Vorschläge

Kästner ist ein Autor der vielen Schülern bekannt ist. Ausgehend von einem Kästnerporträt ist es eine Möglichkeit, die Leseerfahrungen von Schülern mit Büchern dieses Autors oder die Kenntnis von Kassetten und Filmen zu den Büchern zu nützen, um die Neugier für dieses Buch zu wecken.
Der Titel und das Betrachten von Bildern aus dem Buch sind eine weitere Möglichkeit, eine Erwartungshaltung aufzubauen.
Auch längeres Vorlesen durch die Lehrkraft kann die Schüler für das Buch einnehmen. An einer geeigneten Stelle kann dann das Vorlesen abgebrochen werden. Aus Fragen über den Fortgang erwächst die Motivation zum Weiterlesen.(8)
Die "Telegramme an alle Welt" (S. 5, 11, 56, 57, 63, 69, 77, 85) bilden ein Gerüst, das inhaltliche Aspekte der Handlung erahnen lässt. Es bleibt aber auch vieles noch offen. Besonders ältere Schüler können zu den Telegrammen zunächst Fragen formulieren, die anschließend durch das Lesen beantwortet werden.
Wichtig ist es auch, in Klassengesprächen schwierige Textstellen zu klären. Über mögliche Bedeutungen wird nachgedacht, Passagen werden nacherzählt, zusammengefasst oder mit Leitfragen erarbeitet. Beim Ergebnisvergleich lässt sich das Belegen von Aussagen mit Textstellen gut üben.
Andere Passagen werden (orientiert am Lehrervorbild) zum Üben des lauten Lesens genützt. Besonderer Wert wird hier auf gute Artikulation und die Klanggestalt gelegt.

Persönlicher Bezug und Transfer

Im Transfer geht es um Konfrontation des Gelesenen mit der eigenen Erfahrung, um Feststellung von Übereinstimmungen und Differenzen und - vor allem - um die Entwicklung diesbezüglichen Urteilsvermögens. ... In jedem Fall sollte ein persönlicher Bezug zum Gelesenen hergestellt werden, der auch dann möglich ist, wenn der Text wenig direkte Anknüpfungspunkte bietet." (9)

Vorschläge

Textbeispiele über Kinder im Krieg, werden mit Urteilen der Tiere über die Menschen konfrontiert. (10) (zum Beispiel "Schreckliche Leute: Und sie könnten's so hübsch haben. Sie tauchen wie die Fische, sie laufen wie wir, sie segeln wie die Enten, sie klettern wie die Gämsen und fliegen wie die Adler, und was bringen sie mit ihrer Tüchtigkeit zustande?" - "Kriege!", knurrte der Löwe Alois." (11)
Aussagen des Buches, wie etwa "Wir werden die Welt schon in Ordnung bringen! Wir sind ja schließlich keine Menschen!" (12) werden mit den Vorstellungen der Schüler über Anlässe und Ursachen von Kriegen konfrontiert und in offenen Unterrichtsgesprächen oder Diskussionen erörtert.
Ausgehend von der Aussage des Elefanten Oskar "Ich werde nie begreifen, wie aus so netten Kindern später Erwachsene werden!" (13) wird überlegt, ob sich Erwachsene und Kinder bei uns wirklich so sehr unterscheiden, wie es die Tiere behaupten.
Begründungen für die Punkte des "ewigen Friedesvertrages" werden formuliert und die Möglichkeiten der Durchsetzung werden diskutiert.

Handlungs- und produktions-orientierte Umsetzungen

Die in den letzten Jahren in der Literataturdidaktik stark propagierten kreativen Verfahren im Umgang mit Texten ermöglichen es den Schülern mit möglichst vielen Sinnen einen Zugang zum Text zu finden. Die hier aufgeführten Beispiele lassen sich zum Teil mit der persönlichen Auseinandersetzung der Schüler mit dem Inhalt des Buches verbinden, beziehungsweise bereiten die vorge"stellten Reflexionsmöglichkeiten vor.

Vorschläge

Der Anfang "Am Tschadsee" (S. 5ff) wird als dramatischer Text für ein szenisches Spiel umformuliert.
Reporter interviewen einzelne Tiere in verschiedenen Phasen der Auseinandersetzung.
Aus den Interviews werden Berichte für Zeitungen verfasst.
Zu den einzelnen Phasen der Auseinandersetzung werden Kommentare für Zeitungen geschrieben.
Leserbriefe von Kindern an die Konferenz der Politiker und an die Konferenz der Tiere werden verfasst.
Zu Seite 48 ff wird eine Debatte erfunden, in der Giraffe, Elefant, Löwe, Adler, Fuchs und Eule erörtern, wie sie die Menschen überzeugen können, dass sie sich "für ihre Kinder" vertragen müssen.
Buchpassagen werden mit Kassettenausschnitten verglichen. (14)
Die "entführten Kinder" schreiben Briefe an ihre Eltern.
Textteile werden zu Hörszenen umgearbeitet.
Die Rede von Paul dem Eisbär zur Eröffnung der Konferenz der Tiere wird ausgestaltet und vorgetragen.
Heuschrecken erzählen dem Regenwurm Fridolin vom Verlauf der Konferenz (Ziel: spannend erzählen).
Zu unterschiedlichen Situationen werden weitere Telegramme verfasst.

Sprachbetrachtende Aspekte

Auch wenn Kästners pädagogische und ethische Intentionen von Literaturkritikern mitunter recht kritisch gesehen werden (15), so werden sein Stil und besonders seine humorvollen und witzigen Formulierungen durchgängig als "ausgezeichnete Unterhaltungsliteratur" gelobt. Auch die Konferenz der Tiere bietet hierfür viele Belege.

Vorschläge

Die Einladung zur Konferenz der Tiere "ging" in alle Himmelsrichtungen. "Hunde jagten ..., Hirsche galoppierten..". Für den Unterricht bieten die Seiten 18/19 sehr viele kontextbezogene Beispiele zum Wortfeld "gehen".
Kästners Humor zeigt sich nicht zuletzt in den Namen, die er zum Beispiel den Militärs gibt: "General Zornmüller" und "Admiral Wutmaier". Aber auch die Schimpfwörter, mit denen die Tiere die Menschen belegen zeugen von Kreativität: "Tintenkleckser", "zweibeinige Büroschemel", "Aktenfabrikanten". Diese Beispiele können die Schüler mit Kästners Meinung und Intentionen in Beziehung setzen. Auch können sie sich dazu animieren lassen, weitere zu erfinden.

Fächerübergreifende Aspekte

Das Buch ermöglicht sowohl von der Thematik, wie von der inhaltlichen Gestaltung her vielfältige Querverbindungen zu anderen Fächern.

Vorschläge

Angeregt durch die Zeichnungen von Walter Trier lassen sich für den Kunstunterricht Themen stellen, zum Beispiel "Die Tiere fliegen zur Konferenz", "Das Hochhaus der Tiere", Bildsequenz: "Die Tiere vom Nordpol fahren auf einem Eisberg im blauen Meer nach Süden", "5 Kinder von 5 Kontinenten als Ehrengäste auf der Konferenz der Tiere", "Mäuse und Ratten vernichten die Konferenzakten."
1979 zum Internationalen Jahr der Kinder regte die polnische Regierung an, dass die Vereinten Nationen die unverbindliche Erklärung zu den Rechten der Kinder differenzierter fassen und ein "Übereinkommen" formulieren sollten. Ein Übereinkommen ist nämlich verbindliches Völkerrecht. Nach zehnjähriger Arbeit kam es 1989 zum "Übereinkommen über die Rechte des Kindes". Kästners Grundidee findet sich in gewisser Weise in einem internationalen Gesetz wieder. Der Bekanntheitsgrad dieses internationalen Gesetzes ist allerdings noch sehr gering. Es wäre daher gut, wenn möglichst viele das "Übereinkommen über die Rechte des Kindes" kennen würden, auch Kinder.(16) Die Weiterarbeit würde also von Kästners Buch in den sozialkundlichen Fachbereich führen.
Die Ursachen vieler Kriege des 19. und 20. Jahrhunderts sind Nationalismus und Militarismus. Begründungen für die Punkte im "ewigen Friedensvertrag", lassen sich also auch im Geschichtsunterricht an vielfältigen Beispielen herausarbeiten.
Wie es Kindern im Krieg ergeht wird in mehreren Kinder- und Jugendbüchern sehr beeindruckend erzählt. Parallel zur Erarbeitung der "Konferenz der Tiere" als Klassenlektüre könnten einzelne Schüler diese Werke lesen, über sie berichten und so der Parabel vielfältige akutelle Bezüge, zum Beispiel zum Schicksal von Kindern im Zweiten Weltkrieg oder bei den Kriegen im ehem. Jugoslawien, verschaffen.(17

Abschluss

Die hier angedeuteten Bearbeitungsaspekte sind ein Angebot aus dem je nach Jahrgangsstufe und Interessenlage der Schüler ausgewählt werden sollte. Sehr positiv habe ich häufig als Abschluss der Behandlung eines Jugendbuchs im Unterricht die "Leseleine" erlebt.
Jede Schülerin und jeder Schüler erhalten folgendes Blatt:

Mir hat am Buch "Die Konferenz der Tiere" gefallen ...

Mit hat nicht gefallen ...

Raum für ein Bild vom Buch: "Die Konferenz der Tiere"

Diese Stelle im Buch sollen wir gemeinsam lesen: Seite ...

weil ...

Nachdem die Schülerinnen und Schüler ihre Wahl getroffen haben, werden die Blätter den Seitenzahlen nach geordnet. Zum Abschluss können dann diese gewünschten Textstellen nochmals vorgelesen werden. Es wird über sie gesprochen oder man freut sich gemeinsam an den lustigen Formulierungen oder der lustigen Handlung. Denn es ist "wichtig zu erkennen, dass dieses unmittelbare bedürfnisorientierte Lesen die emotionale Basis aller differenzierten und sublimierten Formen des Lesens darstellt, wenn man so will: das "Unterfutter" eines jeglichen Lesevergnügens, das man weder diskriminieren noch destruieren darf, weil sonst leicht entsteht, was Gerhard Haas den "aufgeklärten Nichtleser" genannt hat. Eine Schule, die den Schülern dieses Vergnügen austreibt, hat ihre leseerzieherische Aufgabe verfehlt."(18)
Bei aller didaktisch-methodischen Aufbereitung seines Kinder und Jugendbuches sollte also die Förderung der Lesefreude nicht zu kurz kommen

Anmerkungen

1) zitiert nach: Sven Hanuschek: Keiner blickt dir hinter das Gesicht, Das Leben Erich Kästners, München 1999, S. 363
2) Erich Kästner: Die Konferenz der Tiere, hier, dtv München 1998, S.7
3) ebenda, S. 79
4) ebenda, S. 97f.
5)Wolfgang Meißner: Die Phantasie der Kinder - entwicklungspsychologische Überlegungen zur phantastischen Kinder- und Jugendliteratur, in: Lange; Steffens (Hg): Literarische und didaktische Aspekte der phantastischen Kinder- und Jugendliteratur, Würzburg 1993, S. 32f. siehe auch: Gerhard Haas: Phantasie und Phantastik, in Praxis Deutsch 54
6) Michael Sahr: "Es geht um die Kinder!" Erich Kästners "Konferenz der Tiere" im Unterricht, in Diskussion Deutsch 127/1992, S. 455
7) Weitere Kinder- und Jugendbücher zum Thema finden sich unter den Lesetipps dieses Heftes
8) Siehe: Willi Fährmann: Zehn Thesen zur Leseerziehung in: Grundschule 7+8/1987, S. 23
9) Malte Dahrendorf: Vom Umgang mit Kinder- und Jugendliteratur, Berlin 1996, S. 40
10) Siehe Hans-Martin Große-Oetringhaus: Kinder im Krieg - Kinder gegen den Krieg, Materialien für den Unterricht; Verlag an der Ruhr, Mülheim 1999
11) Erich Kästner, a.a.O. S. 6;
12) ebenda, S. 29
13) ebenda, S. 52
14) Deutsche Grammophon, Poligram Klassik, 423 802-4
15) siehe z.B.: Ruth K. Angress: Erich Kästners Kinderbücher kritisch gesehen, in: Zeitgenossenschaft, Zur deutschsprachigen Literatur im 20. Jh. Frankfurt 1987, S. 91ff
16) siehe: Die Rechte des Kindes, Sonderdruck des Bundesministeriums für Frauen und Jugend, Georg Bittner Verlag Recklinghausen 1993
17) Für Differenzierungen gut geeignet sind: Dolf Verroen: So geht es dir, wenn Krieg ist, Fischer TB 80094, Frankfurt 1995; Hermann Vinke: Als die erste Atombombe fiel; Ravensburger TB 8062, 1998; Jaap ter Haar, Oleg oder Die belagerte Stadt, dtv junior 7858, München 1999; Klaus Kordon: Der erste Frühling; Beltz Gulliver 802, Weinheim 1999; Els de Groen: Haus ohne Dach, OMNIBUS 20383, München 1996; Karin Kusterer, Edita Dugali'c: Kommst du mit nach Bosnien?, Dachs Verlag Wien 1997
18) Malte Dahrendorf: Vom Umgang mit Kinder- und Jugendliteratur, a.a.O. S. 23

Klaus Vogel, Seminarrektor, Deberndorf in:
unterrichten / erziehen Nr. 2/2000 - März / April 2000, S. 69-72.
© Carl Link / Deutscher Kommunal-Verlag

Mit freundlicher Genehmigung des Carl Link / Deutscher Kommunal-Verlags,
Postfach 1552, 96305 Kronach
http://www.carllink.de

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