Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Station: Russische Föderation, November 2008

 „Ohne Gewalt mit Konflikten umgehen – aber wie?“ so lautete das Motto der fünften Station von „Peace Counts on Tour“, die vom 4. bis 15. November 2008 in Kaliningrad, Russische Föderation, stattfand. Uli Jäger und Nadine Heptner vom Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V. führten eine Woche lang friedenspädagogische Seminare für unterschiedliche Zielgruppen durch: Lehrpersonal an Schulen, Leitungspersonal sozialer Einrichtungen, Abgeordnete des Jugendparlamentes in Kaliningrad und Mitglieder der Nichtregierungsorganisation „Youth for Freedom of Speech“. 

Michael Gleich von Peace Counts project leitete Workshops für Journalistinnen und Journalisten. Alle Veranstaltungen fanden im Deutsch-Russischen Haus in Kaliningrad statt. Dort war auch die Ausstellung „Peacebuilders Around the World“ zu sehen. Veranstalter waren der Verein Selenogradsk Pinneberg, Selenogradsk mit seinem Partnerverein Selenogradsk e.V. in Elmshorn, der Arbeitsbereich Friedensforschung des Instituts für Sozialwissenschaften der Universität Kiel (SCHIFF), das Peace Counts project sowie das Institut für Friedenspädagogik Tübingen (ift). 

Zu den Partnerorganisationen vor Ort gehörten das Deutsch-Russische Haus (DRH) Kaliningrad, die Kaliningrad Regional Development Agency (KDA) sowie das NGO-Zentrum „Youth for Freedom of Speech“, Kaliningrad. Die Schirmherrschaft hatte das Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Kaliningrad übernommen. Als weitere Schirmleute konnten der Generalkonsul des Königreichs Schweden in Kaliningrad, Manne Wängborg, sowie die Ombudsfrau der Oblast Kaliningrad, Irina F. Werschinina, gewonnen werden. Gefördert wurde die Station „Kaliningrad“ von der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ).

Herausforderung Kaliningrad

Die Oblast Kaliningrad, ein Subjekt der Russischen Föderation, ist keine Krisen- und erst recht keine Kriegsregion.

Das Gebiet zeichnet sich jedoch durch seine spezifische Geschichte als Teil des früheren deutschen Ostpreußens und durch seine besondere politisch-geographische Situation (russische Exklave bzw. Enklave von EU und NATO) aus. In der Friedens- und Konfliktforschung hat das Gebiet erhöhte Aufmerksamkeit als Modellfall für Konfliktprävention erlangt. Das kleine Gebiet liegt im Schnittfeld der beiden großen Pole europäischer Entwicklung, Russland und der EU, und hat einen hohen friedenspolitischen Stellenwert. Der Transformationscharakter des Gebietes und die damit verbundenen individuellen und gesellschaftlichen Herausforderungen erfordern und ermöglichen es, gemeinsame Interessen und Werte zu festigen und den Austausch über unterschiedliche, aber doch ähnliche Erfahrungen im Umgang mit alltäglichen Konflikten und die Entwicklung einer gemeinsamen Perspektive auf das Leben der Menschen in weltpolitischen Krisengebieten zu fördern.

Eine intensive gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Themen wie Krieg und Frieden, Konflikt und Gewalt ist für die im Kaliningrader Gebiet lebenden Menschen unter einem weiteren Aspekt von großer Bedeutung: Trotz erheblicher positiver Entwicklungen sind die Stadt und vor allem das ländliche Gebiet im Umfeld weiterhin für viele Menschen geprägt von Armut und Perspektivlosigkeit. Verwahrlosung und häusliche Gewalt stellen nicht nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der sozialen Einrichtungen vor große Probleme, sondern auch das Lehrpersonal an Schulen. Dieser Sachverhalt und die fehlenden Plattformen für den Erfahrungsaustausch im Umgang mit Konfliktund Gewaltpotenzialen machten Kaliningrad als Station von Peace Counts on Tour zu einer besonderen friedenspädagogischen Herausforderung.

Vor diesem Hintergrund war es wichtig, Ansatz und Zielsetzungen von Peace Counts on Tour bezüglich der Situation in Kaliningrad angemessen zu kontextualisieren.


Pressebericht

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Russische Föderation Dokumentation/Documentation

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