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„La Paz Cuenta“: Ausstellung in Kolumbien, Bogotá und Workshops für MultiplikatorInnen
Die Ausstellung “Peacebuilders around the World” ist diesen September vier Wochen lang zu Gast in der öffentlichen Bibliothek “El Tintal” in Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens. Die Bibliothek, auf einer früheren Müllkippe errichtet, ist für die Menschen aus dem umliegenden Armenviertel zu einem Ort des Lernens und der Kultur geworden.
Jasna Bastic, Anne Romund (Institut für Friedenspädagogik) und Tilman Wörtz (Agentur Zeitenspiegel/Peace Counts project) haben in den letzten zwei Wochen vor Ort begleitende journalistische und friedenspädagogische Workshops durchgeführt. Zielgruppen waren VertreterInnen von Frauen- und Jugendorganisationen, Lehrkräfte, Studierende, Führungspersonen aus den Stadtvierteln von Bogotá (líderes de comunidades), Streitschlichterinnen einer Mädchenschule, Mediatoren der Stadtverwaltung und NGO-MitarbeiterInnen.
In den Workshops stand der Austausch über Friedensvorstellungen, die Analyse von Dynamiken der Konflikteskalation und Möglichkeiten der Deeskalation sowie die Frage nach den notwendigen Eigenschaften und Fähigkeiten von Friedensmachern im Vordergrund. Die Ausstellung war in englischer Sprache, die Besucher erhielten ein Handout mit den Texten der Ausstellung in Spanisch, zudem wurde in den Räumlichkeiten der Workshops die spanische Posterfassung der Ausstellung gezeigt.
Die rund 120 Teilnehmenden empfanden die Methoden und Inhalte der Workshops als sehr bereichernd für ihre eigene Arbeit. Die positiven Evaluationen sowie ihre intensive Nachfrage nach den im Workshop verwendeten Materialen wie z.B. der Bilderboxen „Streitkultur“ und „Konfliktgeschichten“ des ift sind messbare Zeichen des Erfolgs des Programms. Viele von ihnen gaben an, die Materialien in ihrer eigenen Arbeit, z.B. in der Schule oder in der Aus- und Weiterbildung der Mitglieder ihrer Organisationen einsetzen zu wollen.
Weiterhin standen anlässlich der Friedenswoche in Bogotá (Semana por la Paz) vielfältige Veranstaltungen der kolumbianischen Partnerorganisationen auf dem Programm. So nahm das Projektteam von „Peace Counts“ am „Marsch gegen die Angst“ (jornada contra el miedo) teil, bei dem Jugendliche aus dem Armenviertel Potosí/Ciudad Bolívar mit Trommeln und Sprechchören gegen Gewalt und Einschüchterung durch Paramilitärs demonstrierten.
Auf dem Straßenfest „Septimazo“ konnten tausende Passanten die Ausstellung auf der Hauptstraße von Bogotá (Carrera Septima) bewundern und mit den Mitgliedern des Peace Counts Team ins Gespräch kommen.
Der Besuch des von Militärposten umgebenen Bergdorfes Sumapaz im Außenbezirk von Bogotá bot Gelegenheit zum Austausch mit den dort lebenden Bauern, die bedroht und als angebliche Guerillamitglieder diffamiert werden.
Kolumbien war bereits die siebte Station von Peace Counts on Tour. Wichtigste Partnerorganisation waren die Aktion „Brot für die Welt“; Partner vor Ort waren die Fundación PODION, la Asamblea Permanente de la Sociedad Civil por la Paz, la Alianza, Plataforma DESC und CCEEU.
Gefördert wird „Peace Counts on Tour“ vom Auswärtigen Amt bzw. vom Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) mit seinem Förderprogramm (zivik).
Das Projekt ist im Mai von der Universität Marburg mit dem Peter Becker-Preis für Friedens- und Konfliktforschung ausgezeichnet worden.