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Menschen als Opfer

In Kriegen werden auf allen Seiten Menschen getötet und verletzt, Menschen müssen flüchten und werden traumatisiert. Sie müssen nicht nur mit Verlust und Trauer umgehen, sondern auch mit meist sehr unsicheren Lebensumständen (fehlende Unterkunft, schlechte Nahrungsmittelversorgung, etc.) zurechtkommen.

Golfkrieg 1991

„Im Golfkrieg 1991 starben ca. 400 alliierte Soldaten und wurden etwa 500 verwundet, die meisten Opfer waren kurdische und schiitische freiwillige Kämpfer. Einer verlässlichen Quelle zufolge beläuft sich die Zahl der getöteten irakischen Soldaten auf 50.000 bis 120.000. Unter Hinzuziehung der 3.500 bis 15.000 getöteten Zivilisten starben in direkter Folge des Golfkrieges zwischen 53.500 und 135.000 Menschen. Weitere 20.000 bis 35.000 Zivilisten starben während der folgenden Aufstände oder anderer Nachkriegskonflikte, wie die der Kurden im Norden und der Schiiten im Süden.

Das westliche Militär schätzt die Zahl der verwundeten irakischen Soldaten auf 300.000, von denen viele später starben oder unter lebenslangen Behinderungen leiden.“

Vgl. IPPNW: Kollateralschaden, in: FriedensForum, 1/2003, S. 45.

Alltag zwischen Kriegsangst, Hunger und Krankheit

„Über 1,5 Millionen Iraker sind nach UN-Statistiken an den Folgen des Zweiten Golfkriegs gestorben (1991), die meisten davon waren Kinder. Die, die überlebt haben, müssen täglich mit den Kriegsfolgen leben: Die Infrastruktur, das Bildungssystem und die Wirtschaft sind weitgehend zerstört. Der Krieg hatte weite Landstriche verseucht, Trinkwasser- und Entwässerungssysteme schwer beschädigt. Nur 60 Prozent der Bevölkerung haben Zugang zu sauberem Wasser.

Noch vor gut zehn Jahren hatten fast 100 Prozent der städtischen und 78 Prozent der ländlichen Bevölkerung Zugang zu einem gut funktionierenden Gesundheitssystem - heute ist es die Ausnahme. Infektionen breiten sich aus, ansonsten heilbare Krankheiten enden oft tödlich. Das ‘Schwarze Fieber‘ - sonst nur in den unterentwickelten Gebieten der Welt bekannt - ist jetzt auch im Irak zu finden und hat bereits viele Opfer gefordert. Zwar gibt es günstige Medikamente gegen die Seuche, diese sind jedoch nur auf dem Schwarzmarkt zu erhalten und für die meisten Familien unerschwinglich.

Mediziner beobachten in den letzten Jahren einen sprunghaften Anstieg von Hautkrebs- und Leukämie-Fällen. Eine mögliche Ursache ist nach Vermutungen mehrerer Experten die 1991 von den USA eingesetzte Uranmunition, deren Staub das Land kontaminiert.“

Wulf Rohwedder, tagesschau.de, 28. Mär. 03;

Flüchtlinge im Golfkrieg 1991

„Während des Golfkrieges 1991 flohen bis zu 1,8 Millionen Kurden und Schiiten an die iranische und türkische Grenze. Von diesen starben innerhalb eines Monats laut UN-Angaben bis zu 30.000 durch Landminen, Unterversorgung und Epidemien. Gerade unter diesen Flüchtlingen finden sich sehr oft posttraumatische Dauerbelastungen, die oftmals zu Lebensunfähigkeit und chronischen Krankheitsbildern führen.“

IPPNW: Kollateralschaden, in: FriedensForum, 1/2003, S. 45.

Stichwort: Flüchtlinge

„Im Jahr 2001 waren nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) weltweit etwa 21,1 Mio. Menschen oder jeder 284. Erdenbewohner auf der Flucht vor Krieg, Terror und Umweltkatastrophen. Weitere 20-25 Mio. Menschen zählten zu den nicht unter den Schutz der internationalen Konventionen fallenden Binnenvertriebenen, die wegen Krieg oder Hungersnöten im eigenen Land herumirrten.“

Harenberg (Hrsg.): Aktuell 2002, S. 253.

Langzeitfolgen eines Krieges
Gesundheitliche Spätfolgen: z.B. Vietnam

„Leberschäden, Leukämie, Verstümmelung, Missbildung, Chorionkarzinom sind die Spätfolgen des Giftkrieges und Ökozids über den Dschungeln des Mekongdeltas und der Provinz Song Be nördlich von Ho-Chi-Minh-Stadt. Die Betroffenen überlebten Flächenbombardement und Napalmangriffe; dem gelborangen Staub des Entlaubungsprogramms ‘Ranch Hand‘, in dessen Verlauf insgesamt 170 Kilogramm Dioxin versprüht wurden, konnten sie aber nicht entgehen. Und weil ihre Reisernten im Zusammenhang mit dem „Ressource Denial Programm“ von den amerikanischen Truppen systematisch zerstört worden waren, waren sie gezwungen, mehr und weiterhin von den Früchten der Kokospalmen zu essen, auch wenn diese plötzlich übergroß wurden, oder von den Fischen, die tot in den Wasserwegen schwammen. Über die Nahrungskette gelangte das Dioxin in die Körper.“

Schnibben, Cordt: Dioxin. Der größte Menschenversuch der Chemie. in: Du. Nr. 7/8, 1997, S. 123.

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